Der zweite der BDA - Architekturvorträge 2026 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
Der zweite der BDA - Architekturvorträge 2026 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
„SUPER CIRCLE 26 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in Kooperation mit supertecture 2
Liebe Super Circle Freunde,
es steht wieder ein besonderer Super Circle Tag an!
Am Donnerstag den 25.06. dürfen wir überschwänglich Kim Le Roux, Mitgründerin von LXSY aus Berlin begrüßen. Sie ist eine Visionärin wie aus dem Bilderbuch. Ihr Ziel - ein Kreislaufsystem auf sozialer, kultureller und ökologischer Ebene.
NEVER WASTE A GOOD RESSOURCE
LXSY Architektur engagieren sich für eine klimagerechte Transformation der Baubranche durch zirkuläres Planen und Bauen. Als Vertreter:innen der Bauwende hinterfragen sie bestehende Standards, verstehen Gebäude als Materiallager und setzen auf die Weiterentwicklung des Bestands. Dabei denken sie den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks mit - von der Wiederverwendung vorhandener Materialien bis zur Reparierbarkeit und Anpassungsfähigkeit zukünftiger Strukturen.
Kreislauffähige Architektur begreifen LXSY Architektur als kooperativen, iterativen Prozess, der lineares Denken ablöst. Unter dem Titel „Never waste a good resource“ beschreibt Kim le Roux zirkuläres Bauen als Schlüssel zu einer neuen Baukultur, die ökologische, soziale und kulturelle Verantwortung mit gestalterischer Qualität verbindet.
Das finden wir beeindruckend und freuen uns deshalb sehr auf den Abend mit Kim Le Roux!
Ihr seid herzlich eingeladen am Donnerstag, den 25.06. um 19 Uhr im Kaisergässchen 5, dem spannenden Vortrag zu lauschen.
Eintritt ist frei, es gibt Essen und Getränke.
Wir wissen, dass wir einen Konkurrenten an diesem Abend haben .... die deutsche Nationalmeisterschaft und ihr Spiel gegen Ecuador - versichern euch aber, dass wir pünktlich zum Anpfiff fertig sein werden und vielleicht lässt sich das ja auch perfekt mit einem public viewing in der Stadt im Anschluss verknüpfen.
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Wir dürfen euch außerdem mitteilen, dass nach langem Warten ein weiterer Podcast zu hören ist!
Im Februar dieses Jahres war Elena Petkova von Concular aus Berlin bei uns zu Besuch.
Concular ist die größte gebrauchte Materialvermittlung Deutschlands, die zirkuläres Bauen massentauglich machen möchte. Sie errichten Bauteilbörsen, schreiben Normen um, entwickeln Tools zur Erfassung des Bestands und vieles mehr!
Hört in den Podcast rein und teilt ihn mit Freunden, Kollegen und Bekannten.
Hier ist der Spotify Link: https://open.spotify.com/episode/147GvwYOwP1UdCeDQWE4kQ?si=VQk8H12tRqmdNrXGxGml3w
Hier der Link zum kostenlosen Hören auf unserer Webseite: https://www.supertecture.com/2upertecture/podcast/
Wir sehen uns am 25. Juni! :)
Euer Super Circle Team
„SUPER CIRCLE 26 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in Kooperation mit supertecture 2
Liebe Super Circle Freunde,
es ist wieder soweit ... Super Circle Nummer 14!
Wir dürfen ganz herzlich Sebastian Blanz von treibgut aus München bei uns begrüßen!
treibgut ist eine Materialinitiative: Ein Umschlagplatz für Materialien aller Art, die vor der Entsorgung abgefangen werden und vor allem für Künster*innen und Kulturschaffende allgemein interessant sind.
Ausgehend von dem Recyclinggedanken gebrauchtes Material nicht zu entsorgen, sondern in einen Kreislauf zurückzuführen, verstehen sie sich als die Nabe im Rad. An ihrem Lager im Kreativquartier kann gebrauchtes Material sowohl abgegeben, als auch mitgenommen werden.
Darüber hinaus bietet ihr Team vor Ort eine umfassende Beratung zur nachhaltigen Verwendbarkeit der vorhandenen Materialien an und gibt Ratschläge für eine ressourcenschonendere Projektplanung, -umsetzung und -abwicklung.
Sebastian Blanz, einer der Geschäftsführer von treibgut, ist studierter Umweltingenieur, hat sich aber schon immer sehr für eine gelebte Praxis begeistert - und setzt sich voller Leidenschaft für die Kreislaufwirtschaft in München und darüber hinaus ein.
Seid wieder dabei - wir freuen uns sehr über euer Kommen zu einem weiteren spannenden Vortrag!
Tretet in Austausch zum Thema Zirkuläres Bauen, um die Allgäuer Bauwelt zu bewegen!
Los geht es am Donnerstag, den 23. April um 19 Uhr im Supertecture Headquarters (Kaisergäßchen 5, Kaufbeuren).
Eintritt ist frei, es gibt Essen, Getränke und Musik.
Wir freuen uns auf euch!
Euer Super Circle Team
PS.: Es gibt große Neuigkeiten zum Super Circle, die ihr nicht verpassen wollt ;)
Der erste der BDA - Architekturvorträge 2026 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
„SUPER CIRCLE 26 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in Kooperation mit supertecture 2
Liebe Super Circle Fans,
ein Jahr voller Eindrücke liegt hinter uns, wir haben 12 Gäste in der Lilli in Kaufbeuren begrüßen dürfen und im Gegenzug phänomenale Leute über ihre bahnbrechenden Projekte sprechen hören. Das letzte Jahr war voll von guter Energie, einem tollen Publikum und viel Bewegung in der Allgäuer Bauwelt.
Auch dieses Jahr dürfen wir inspirierende Sprecher:innen bei uns willkommen heißen. Die Tafelrunde an Vorreiter:innen wächst weiter - dabei sind Bauteilhändler:, Designer:, Planer: und Architekt:innen aus Deutschland und Europa.
Notiert euch die Termine und seid auch dieses Jahr wieder dabei:
26. Februar_Elena Petkova, Berlin - Concular
23. April_Sebastian Blanz, München - Treibgut
25. Juni_Kim Le Roux, Berlin - LXSY
27. August_Lucas Muñoz Muñoz, Madrid - Muñoz Muñoz
29. Oktober_Philine Barne, Berlin - Vollgut eG
17. Dezember_Søren Pihlmann, Kopenhagen - Pihlmann architects
Los geht es am Donnerstag, den 26. Februar mit Elena Petkova von Concular aus Berlin! Concular ist Deutschlands größte Bauteilbörse mit Hauptsitz Berlin - sie rettet Bauteile vor dem massiven Müllberg und stellt sie stattdessen zur Weiternutzung zur Verfügung.
Die Sprecherin Elena ist gelernte Architektin, studiert an der TU Berlin. Bevor sie zu Concular gestoßen ist, hat sie bei Sauerbruch Hutton gearbeitet und später bei Eike Becker, wo sie jeweils in große Holzmodulbau-Projekte involviert war. Dort hat sie auch zum ersten Mal mit Materialpässen gearbeitet. Sie fragte sich: Wieso wiederverwenden wir nicht? Wieso gibt es keine Dokumentation der Materialien?
Dann hat sie Concular kennengelernt - mittlerweile ist sie seit drei Jahren dort.
Elena Petkova ist zertifizierte DGNB Consultant und bringt ein breites Spektrum an Wissen über Nachhaltigkeit und dessen praktische Umsetzung mit. Der Fokus ihrer Arbeit liegt darauf, Zirkularität messbar zu machen. Sie treibt die Entwicklung und den Vertrieb der firmeneigenen Software Circular LCA voran, die zirkuläre Planungsprozesse unterstützt und die Digitalisierung des Bestands voranbringt.
Concular ist aufstrebend - es errichtet gerade in ganz Deutschland Urban Mining Hubs, um Materialien aus Rückbauprojekten systematisch zu sichern, digital zu erfassen und zurück in den Kreislauf zu bringen. Könnte der nächste Standort im Allgäu sein?
Seid am 26. Februar dabei, wenn Elena Petkova Concular nach Kaufbeuren bringt!
Start ist um 19 Uhr im Kaisergässchen 5 in Kaufbeuren.
Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke!
Bringt eure Freunde mit - wir freuen uns auf euch!
Bis dahin, Euer Super Circle Team
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Liebe Super Circle Freundinnen und Freunde,
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ganze elf spannende Vorträge liegen hinter uns! Wir hatten monatlich inspirierende Menschen aus Deutschland und Europa bei uns in Kaufbeuren, die direkt für Veränderungen der Allgäuer Bauwelt gesorgt haben! Es gründen sich nun Bauteilbörsen, neue Büros entstehen, Fenster werden in die Ukraine transportiert und vieles mehr! Danke an alle, die immer fleißig dabei waren!
Zu einem Vortrag dürfen wir euch dieses Jahr noch einladen:
Als Weihnachtsgeschenk und Highlight präsentieren wir euch für den 18. Dezember ...Trommelwirbel... IN SITU - mit Moritz Theusinger!! In situ ist DAS europäische Büro schlechthin, das mit gebrauchten Materialien Wunder erschafft.
Kommt vorbei und bringt Freundinnen und Freunde mit! Eintritt ist frei, es gibt Plätzchen und heißen Glühwein und Punsch! Beginn ist 19 Uhr, Ort: Kaisergäßchen 5, Kaufbeuren.
Ergänzend noch ein paar Informationen zu In situ und unserem Vortragenden Moritz Theusinger:
Moritz Theusinger, BSc Architekt TUB, absolvierte eine Ausbildung zum Tischler und Bauzeichner an der HTL Hallein (AT) für Innenraumgestaltung und Holztechnologien. An der TU Berlin vertiefte er den bewussten Umgang mit materiellen und sozialen Ressourcen. Während und nach dem Studium arbeitete er in einem kleinen Kreuzberger Büro an Wohnbauten für Genossenschaften und Baugruppen. Seit 2024 arbeitet er bei baubüro in situ.
In situ ist europäischer Vorreiter des Bauens mit gebrauchten Materialien. Sie sitzen in Basel, Zürich und Rolle und leiten von dort beeindruckende Pilotprojekte. Sie haben in der Schweiz Infrastrukturen und zahlreiche Unternehmen gegründet, die eine Bauwende möglich machen. Moritz Theusinger wird über das Schaffen von in situ und die zirkuläre Bauweise berichten, auch anhand des gerade fertiggestellten Projekts Winkelbau, an dem er als Verantwortlicher Projektleiter stark involviert war.
Euer Super Circle Team
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Diese Woche geht es weiter mit einem tollen Vortrag, guter Stimmung und inspirierenden Projekten.
Am Donnerstag den 27. November wird Césare Peeren von Superuse-Studios aus Rotterdam über zirkuläres Bauen in der Praxis sprechen.
Er ist Architekt und Gründer des Architekturbüros Superuse-Studios, welches vor allem in Rotterdam und Amsterdam, aber auch China und den USA vertreten ist. Sie planen fast ausschließlich mit gebrauchten Bauteilen, haben zahlreiche Strategien von Bauteilrettung und -gewinnung über Entwurfsprozesse bis zur Demontierbarkeit und Gebäudeumnutzung entwickelt. Sie sind absoluter zirkulärer Vorreiter in Europa! Sie sind Alleskönner - sie testen ihre Grenzen durch experimentelles Verwenden von gebrauchten Windkrafträdern und Wassertanks aus, gestalten Pavillons auf der Biennale in Venedig und planen soziale Wohngemeinschaften, Büroräume und Ausstellungsflächen. Und das alles mit Reuse-Materialien.
Césare Peeren wird diese Woche über Folgendes erzählen: Ich werde darüber sprechen, dass wir uns bereits in einem Übergang befinden und es Zusammenbruch oder Wiedergeburt sein kann. Wir haben die Möglichkeit, den reichlichen Überschuss und die Verschwendung von 150 Jahren Extraktivismus zu nutzen, um jetzt zu einem lokalen zirkulären und regenerativen System umzustellen. Mit einer Wirtschaft, die die Bedürfnisse des Ökosystems und des darin enthaltenen Lebens erfüllt. Eine Welt, in der ein Kaleidoskop von Gemeinschaften wächst und um gemeinsame Gemeinflächen herum lebt. Und ich werde unsere Arbeit von Abfallwiederverwendung und passivem Solardesign zeigen, die den Ressourcenbedarf verringert und den Komfort erhöht.
Kommt vorbei! Los geht es um 19 Uhr im Kaisergässchen 5 Kaufbeuren. Es gibt Essen und Getränke und der Eintritt ist wie immer frei. Wir freuen uns auf euch!
Euer Super Circle Team
… herzliche Einladung zu einem kurzfristig anberaumten Vortrags-Abend am Sonntag – statt `Tatort` :)
Vortragsort: Bahnhofsrestauration `Bene`, Bahnhofstrasse 24, 87741 Heimertingen
Der dritte der BDA - Architekturvorträge 2025 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Prof. Dirk Hebel von Nest + Kit aus Karlsruhe wird sprechen.
Einlass 18:30 Uhr - Beginn 19 Uhr
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Sven Urselmann von Urselmann Interior aus Düsseldorf wird über Innenarchitektur mit gebrauchten Materialien sprechen:
Bauwende im Innenausbau - Herausforderung oder Chance?
Der Bausektor verbraucht enorme Ressourcen und verursacht große Mengen CO₂. Doch wir können es besser machen! Was, wenn Gebäude nicht Abfall, sondern Materiallager sind? Wenn Rückbau zur Wiederverwendung führt? Wenn wir Kreisläufe schließen, statt neue Emissionen zu erzeugen? Einfach ist das nicht. Starre Normen, alte Gewohnheiten und Materialknappheit stellen uns vor Herausforderungen. Doch Lösungen gibt es längst! In diesem Vortrag zeige ich, wie zirkulärer Innenausbau in der Praxis funktioniert – mit echten Projekten und Erfahrungen. Lasst uns gemeinsam umdenken – und handeln!
Einlass 18:30 Uhr - Beginn 19 Uhr
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
'Stadel, Schinde, Hütte - Landwirtschaftliche Bauten aus vergangenen Jahrhunderten'
Der Vortrag zeigt, wie Landwirte in vergangenen Jahrhunderten mit einfachsten Mitteln Bauwerke geschaffen haben, die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überdauerten. Ein Blick zurück auf „Nachhaltiges Bauen" und somit vielleicht sogar ein Blick in die Zukunft.
Ein Vortrag von Christian Heumader, Vorderhindelang anlässlich der Finissage der 22. Station unserer Wanderausstellung `Stallbauten – Teil unserer Kulturlandschaft` am Dienstag, den 23.09. um 19.30 Uhr im Grünen Zentrum Immenstadt, Kemptener Str. 39, 87509 Immenstadt im Allgäu
Vortrag von Prof. Dr. Thomas E. Hauck, Landschaftsarchitekt TU Wien, Gründer des Studios Animal-Aided-Design
'Animal-Aided Design – Planen und Entwerfen von Habitaten für Tiere im städtischen Raum'
ReglerHaus, Webergasse 14, 87435 Kempten
Thomas E. Hauck ist derzeit mit seinen Planungen in allen namhaften Architektur-Zeitschriften präsent. Umso mehr freuen wir uns, dass er Zeit gefunden und zu einem Vortrag bei uns zugesagt hat. Er ist als Landschaftsarchitekt Professor an der TU Wien und Gründer des genannten Studios.
Studio Animal-Aided Design ist ein Start-up-Unternehmen, das aus Forschungsprojekten über die Rolle von Tieren bei der Gestaltung von urbanen Räumen hervorgegangen ist. Ziel ist es, die Methode Animal-Aided Design (AAD) in die internationale Planungspraxis zu integrieren, um Biodiversität und die Stadtnatur innerhalb von Stadtentwicklungs-, Landschaftsarchitektur- und Architekturprojekten zu fördern.
Diese Veranstaltung musste 2024 leider kurzfristig entfallen, weil Referent Thomas Hauck seinen Eltern helfen musste, deren Haus im Niederösterreichischen Weinviertel überflutet wurde und wird nunmehr nachgeholt.
Der zweite der BDA - Architekturvorträge 2025 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Gast ist Felix Rebers, assoziierter Partner von Cityförster aus Hannover.
Cityförster ist ein Architektur- und Stadtplanungsbüro mit Sitz in Hannover, Rotterdam und Tirana und hat das erste zirkuläre Haus Deutschlands gebaut - das sogenannte Recyclinghaus, das zu einem hohen Anteil aus gebrauchten und recycelten Materialien besteht!! Es ist DAS Best-practice Beispiel in ganz Deutschland!
In seinem Vortrag wird sich alles um die CIRCULAR CITY drehen:
Wie kann Stadt als lebendiges, nachhaltiges und zirkuläres System gestaltet werden? CITYFÖRSTER erforscht und gestaltet seit zwei Jahrzehnten Städte und Architektur unter dem Leitbild „Stadt ist Wald“. Dieses Prinzip versteht Stadt als dynamisches (Öko)System, in dem synergetische Diversität, geschlossene Stoffkreisläufe und Balance zentrale Grundlagen für Resilienz und Nachhaltigkeit bilden. Ansätze wie „design by availability“, „Siedlungsebene 2.0“ und das „Circular-City-Mandala“ zeigen, wie Stadtplanung und Architektur neue Wege beschreiten können. Der Vortrag lädt dazu ein, innovative Konzepte kennenzulernen, die den Menschen ins Zentrum stellen und eine zukunftsfähige Stadt und Architektur gestalten – nachhaltig, resilient und zirkulär.
Einlass 18:30 Uhr - Beginn 19 Uhr
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Zu Gast diesmal: Sven Urselmann von Urselmann Interior aus Düsseldorf über Innenarchitektur mit gebrauchten Materialien
Einlass 18:30 Uhr - Beginn 19 Uhr
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
... der Vortrag ist leider entfallen, weil Sven Urselmann den falschen Zug bestiegen hatte :)
Weiter denken, g´scheiter nutzen, weniger bauen
Vortrag von Roland Gruber, nonconform
bei der Finissage der Ausstellung `Schön hier. Architektur auf dem Land`
am Freitag, den 27.06.25 um 19.15 Uhr im Sennhof, Egelseer Straße 1, 87751 Heimertingen
In seinem Vortrag beleuchtet Roland Gruber die vielfältigen Herausforderungen, mit denen Kommunen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen bei der Entwicklung ihrer räumlichen Zukunft konfrontiert sind. In einer Zeit, in der vielen Menschen das Vertrauen in die Zukunft fehlt und Erschöpfung allgegenwärtig ist, braucht es neue Perspektiven, die Mut machen und Freude stiften.
Zukunft bedeutet Veränderung und jede Veränderung ruft auch Widerstände hervor. Ein produktiver Umgang mit diesen Widerständen ist entscheidend. Gelingen kann das durch gemeinschaftliche Prozesse, in denen unterschiedliche Lebenswelten und Perspektiven aufeinandertreffen, eine konstruktive Streitkultur entsteht und gemeinsam weitergedacht wird bis der schönste gemeinsame Nenner gefunden ist.
Unter dem Titel `Baureduktionsplanung` entwickelt nonconform Konzepte für kluge Mehrfachnutzungen und neue Sichtweisen auf Raumbedarf im Bestand. Dabei wird die Notwendigkeit von Neubauten konsequent hinterfragt mit dem Ziel, Boden- und Ressourcenverbrauch zu minimieren. Im Zentrum der Projekte stehen Nutzungsvielfalt und Lebensqualität. Besonders im Fokus: die Aktivierung und Neunutzung bestehender Gebäude. Der Vortrag wird anhand konkreter Beispiele vor allem aus Roland Grubers Heimatgemeinde Moosburg Einblicke in diese Herangehensweise geben.
Biografie Roland Gruber
Roland Gruber, geboren in den Kärntner Nockbergen, studierte Architektur in Linz und Zürich sowie Kulturmanagement in Salzburg. Er ist Gründer von nonconform, einem Architekturbüro mit Spezialisierung auf partizipative Planungs- und Transformationsprozesse. Das Büro hat Hauptsitze in Wien und Berlin sowie weitere Standorte in ländlich geprägten Regionen in Deutschland und Österreich. Das interdisziplinäre Team von nonconform begleitet Regionen, Gemeinden, Unternehmen und Bildungseinrichtungen bei der nachhaltigen Entwicklung von Ortskernen, Stadtzentren, Quartieren und Zukunftsräumen.
Neben seiner Tätigkeit als Planer ist Gruber auch gesellschaftlich engagiert: Er ist Mitgründer der Plattform für Baukulturpolitik in Österreich, des Baukulturnetzwerks LandLuft, des Kommunalnetzwerks Zukunftsorte, der Europäischen Toleranzgespräche sowie des Studierendenaustauschprogramms RURASMUS Aufs-Land-Semester.
Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet u. a mit dem Titel `Österreicher des Jahres`, dem Staatspreis Europa und dem Landeskulturpreis für Baukultur in Kärnten. Darüber hinaus engagiert er sich auch politisch als Vizebürgermeister seiner Heimatgemeinde Moosburg in Kärnten. Roland Gruber ist in diesem Semester Gastdozent im Masterstudiengang Architektur an der TH Augsburg
Ab 17 Uhr:
Führung durch die Ausstellung `Schön hier. Architektur auf dem Land` und Get-Together
Begrüßung durch den Hausherren, Sennhof-Stiftung
Es sprechen:
. Sandra Neubauer, stellv. Landrätin Unterallgäu
. Roland Gruber, nonconform, Moosburg/Kärnten (um 19.15 Uhr)
Musik von Samuel Heinrich
Für das leibliche Wohl ist gesorgt –
Gäste sind wie immer herzlich willkommen!
Freiluftkino, bei schlechtem Wetter im ReglerHaus, Webergasse 14, 87435 Kempten
Filmstart 21 Uhr
Mit Netzwerktreffen im Rahmen des `Women in Architecture Festival 2025`
KINT_KINO
Seit Anfang des Jahres 2023 hat sich ein loser Kreis von Kolleginnen – alle Mitglieder und Interessierte des architekturforums allgäu – zu einem monatlichen Treffen zusammengefunden.
Diese Treffen ermöglichen Kolleg:innen aus dem Bereich der Baubranche einen lockeren Austausch untereinander. Gäst:innen sind jederzeit willkommen.
Ein paar Personen dieses Kreises veranstalten seit 2019 im Rahmen des Jahresprogramms des architekturforums allgäu einen Filmabend zu verschiedenen Themen der Baukultur.
Nun wollen wir den Anlass nutzen, um den Filmabend zusammen mit dem KolleginnenTisch (KINT) zu kombinieren und im Rahmen des WOMEN IN ARCHITECTURE FESTIVALS eine Veranstaltung zu organisieren.
Unser KINT soll in einem größeren Maßstab stattfinden und wir laden hierzu alle Kolleginnen der Baubranche und Interessierte ein, an einen großen Tisch zusammenzukommen. Der Austausch soll allgäuweit gefördert werden. Im Anschluss wird die Dokumentarserie “Here are the arquitectas” über die neue Welle international tätiger Architektinnen aus Mexiko gezeigt.
Anmeldung bis 20.06.2025 unter info@architektin-mb.de
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Zu Gast diesmal Die Materialomaden mit Peter Kneidinger aus Wienin Vertretung von Dominik Campanella / Concular, Berlin
Einlass 18:30 Uhr - Beginn 19 Uhr
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
Im Rahmen-Programm der Ausstellung 'Schön hier. Architektur auf dem 'Land' erwartet uns ein besonderer Vortrag:
Werkbericht Stefan Schlicht
Schlicht Lamprecht Kern Architekten aus Schweinfurt
im ReglerHaus, Webergasse 14, 87435 Kempten
alles, mit Begeisterung!
Mehr als nur Architektur. Qualitätvolles, regional verortetes Bauen charakterisiert die Projekte des Architektur- und Stadtplanungsbüros Schlicht Lamprecht Kern. 2011 von Stefan Schlicht und Christoph Lamprecht gegründet, ergänzt seit 2016 die Stadt- und Raumplanerin Evi Mohr in leitender Funktion das Team, seit 2022 Christian Kern als zusätzlicher Partner.
Verantwortungsbewusstes Handeln und sensibler Umgang mit dem Bestehenden, nachhaltiger Materialeinsatz, achtsames Planen und Denken prägen die Haltung der Architekt:innen und Stadtplaner:innen. Verbunden mit dem Anspruch, durch Architektur und Raumplanung etwas zu bewegen, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Aus gesamtörtlichen Betrachtungen entstehen identitätsstiftende Projekte, die sich in Maßstab, Struktur und Materialität in die jeweilige Umgebung einfügen. Mit dem Ziel, ländliche Strukturen in die Zukunft zu entwickeln und dabei die regionale Baukultur zu stärken.
Jüngst ist das Büro mehrfach für die Projekte `MITTENIM Niederwerrn` und `Bücherei Gundelsheim` ausgezeichnet worden. Letzteres Bauwerk ist auch Bestandteil der Ausstellung `Schön hier. Architektur auf dem Land`.
Wegen der begrenzten Parkierungs-Möglichkeiten in der Webergasse empfehlen wir eine Anfahrt per ÖPNV oder mit dem Fahrrad.
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Zu Gast diesmal: Conrad Risch, Baukreisel, Köln
Einlass 18:30 Uhr - Beginn 19 Uhr
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
Der erste der BDA - Architekturvorträge 2025 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Mikala Holme Samsøe, Gründerin des deutsch-dänischen Büros Ensømble, wird einen Vortrag zum Thema Ästhetik der reduktiven Moderne geben:
Die Notwenigkeit von Einfach Bauen im Kreislauf verschiebt unseren Blick - auch zu einer anderen Ästhetik in der Architektur. Eine Architektur der Reduktive Moderne tritt anders in Erscheinung, als die bisherige „Moderne“ Architektur, die auf Expansion zielt. Die Reduktion öffnet die Türen für Masse, Sterblichkeit, Farben und Formen, die wir bis neulich nicht gut fanden.
Einlass 18:30 Uhr - Beginn 19 Uhr
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Die beiden Architektur-Aktivist:innen Theresa Wagner und Dominik Schmitt werden uns aufzeigen, warum wir jetzt dringend handeln müssen und wie Architects For Future zur Transformation beiträgt:
Die Baubranche braucht einen nachhaltigen Wandel – dafür setzt sich Architects 4 Future seit nun mehr als 5 Jahren ein. Die Initiative engagiert sich für eine sozialgerechte, klima- und ressourcenschonende Bauwende und fordert ein Umdenken in der Branche. In ihrem Vortrag stellen die Architekt:innen Dominik Schmitt und Theresa Wagner die Arbeit von Architects 4 Future vor und zeigen, warum kreislauffähiges und klimapositives Bauen ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Zukunft ist. Lassen Sie uns das vorherrschende VERbrauchs- und Wegwerfsystem in ein GEbrauchs- und Kreislaufsystem umwandeln und Gebäude als Rohstofflager und Kohlenstoffspeicher betrachten und umbauen!
Einlass 18:30 Uhr - Beginn 19 Uhr
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Die wunderbare Prof. Dr. Anja Rosen wird die Ehre erweisen, einen Vortrag über praktische Bauteilwiederverwendung zu hören: Urban Mining – geht das und wenn ja, wieviel?
Anja Rosen ist Expertin für Urban Mining. Sie nutzt die Stadt als Rohstoffmine. In ihrem Vortrag stellt die Gründerin von C5 und Professorin für Circular Construction an der MSA Münster innovative Urban-Mining-Projekte vor, die sie in der Planung begleitet hat. Dabei misst und optimiert sie die zirkuläre Materialverwendung mit dem in ihrer Promotion an der Uni Wuppertal entwickelten Urban Mining Index. Auf diese Weise ist schwarz auf weiß ablesbar: Erhalten und Wiederverwenden ist besser als recyceln. Doch welche Hürden müssen dafür überwunden werden und wie schafft man das in einer Nation der Normungsweltmeister?
Kommt vorbei und bringt Freund:innen mit - Eintritt ist wie immer frei, es gibt Musik, Essen und Getränke! Wir freuen uns auf Euch!
„SUPER CIRCLE 25 // ZIRKULÄRES BAUEN“
Vortragsreihe in 12 Teilen in Kooperation mit supertecture 2
Startschuss mit Félix Dillmann, RE-WIN, Basel
Donnerstag 30. Januar, 19.30 Uhr Kaisergässchen 5, 87600 Kaufbeuren
weitere monatliche Vorträge u.a. mit Anders Lendager, Kopenhagen | Anja Rosen, C5 GmbH, Münster | Prof. Dirk E. Hebel, NEST/KIT Karlsruhe
Vortrag von Prof. Dr. Thomas E. Hauck, Landschaftsarchitekt TU Wien, Gründer des Studios Animal-Aided-Design
Achtung: Diese Veranstaltung muss leider kurzfristig entfallen! (… wird aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.)
Referent Thomas E. Hauck hilft seinen Eltern, deren Haus am Sonntag im Niederösterreichischen Weinviertel überflutet wurde. Die Klima-Katastrophe lässt grüßen.
ReglerHaus, Webergasse 14, 87435 Kempten
Die Veranstaltung im Rahmen des partizipativen Quartiersprojekts der Künstlerin Rahel Seitz `Von Hühnern, Menschen und neuen Verbündeten` wird gefördert durch den Fonds Soziokultur und das Kulturamt der Stadt Kempten
Der dritte der BDA - Architekturvorträge 2024 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
Kostenfreies Kino im ReglerHaus, Webergasse 14, 87435 Kempten mit
- 'The Walk', Kurzfilm von Michael Jung, in Anwesenheit des Regisseurs
- 'Unser täglich Brot', Dokumentarfilm von Nikolaus Geyrhalter
Die Veranstaltung im Rahmen des partizipativen Quartiersprojekts der Künstlerin Rahel Seitz `Von Hühnern, Menschen und neuen Verbündeten` wird gefördert durch den Fonds Soziokultur und das Kulturamt der Stadt Kempten
Freiluftkino, bei schlechtem Wetter im ReglerHaus
im Vorprogramm ab 19 Uhr: Jahreshauptversammlung nur für Mitglieder
ReglerHaus, Webergasse 14, 87435 Kempten
Der zweite der BDA - Architekturvorträge 2024 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
Der erste der BDA - Architekturvorträge 2024 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
Der dritte und letzte der BDA - Architekturvorträge in 2023 findet statt im S4 Gebäude, An der Stadtmauer 4, 87435 Kempten (Vortragssaal EG) / Tiefgarage Altstadt
Roger Boltshauser gründete nach Abschluss seines Architekturstudiums an der ETH Zürich 1996 die Boltshauser Architekten AG in Zürich. Neben seiner Bürotätigkeit war er zwischen 1996 und 1999 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Entwurfsassistent an der ETH Zürich und der EPFL Lausanne tätig. Seit 2004 war er als Dozent für Entwurf an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur und an der Hochschule Anhalt Dessau (DIA) engagiert. Von 2016 bis 2017 war er Gastprofessor an der EPFL Lausanne und von 2017 bis 2018 Gastprofessor an der TU München. Seit 2018 ist er Gastdozent an der ETH Zürich.
Die Auseinandersetzung mit dem Material Lehm und zu wissen, dass man sich auf relativem Neuland befindet, dass alles neu gedacht und entwickelt werden muss, ist für Roger Boltshauser eine Art Grunderfahrung, die ihn heute noch anspornt, ihn mutig, aber auch kritisch gegenüber allen Konventionen macht und ihn immer wieder antreibt, neue Lösungen zu finden. Diese Grunderfahrung versucht er auch in der Lehre zu vermitteln, weshalb er immer wieder auf das noch wenig erforschte Material Lehm zurückgreift. Es geht darum, in einer von der Industrie diktierten Welt den Mut zu entwickeln, neue Lösungsansätze denken zu können. Er gilt als einer der Wegbereiter des zeitgemäßen Lehmbaus, der durch den aktuellen Paradigmenwechsel im Bauwesen, auf der Suche nach klimafreundlichen Baustoffen eine Renaissance erfährt.
Kurzfilmabend mit Einführung vom architekturforum allgäu
Auf Holz gebaut. Natur in der Architektur Peter Beringer | ORF, BR | 2021 | 43 min
Stadt Land Boden. Robert Schabus | ORF | 2023 | 35 min
Francis Kéré. An Architect Between Daniel Schwartz | Architekturmuseum TUM | 2016 | 19 min
Gedenken an Doris Riedmiller mit Filmausschnitten aus der Reihe Thal #17.I-IV
Die Einladung für Thal#17 war fertig zum Druck. Darin sollte ein Termin bekanntgegeben werden, zu dem vier in Thal gefilmte Gespräche zur Architektur junger Architektinnen und Architekten im Netz freigeschaltet werden sollten. Entstanden sind die Filme im Zeitraum der Corona-Beschränkungen, in der die Vortragsreihe Thal# nicht in der gewohnten Form durchführbar war. Doris wollte mit diesem zeitlichen Einschub – Thal#18 fand dann im Sommer 2022 wieder statt – die Lücke, die durch die Pandemie entstanden war, nicht unkommentiert verstreichen lassen.
Dazu kam es nicht mehr. Doris Riedmiller verunglückte am 8. September 2022 bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall tödlich.
Die von Doris initiierte und kuratierte Vortragsreihe Thal# war ihr eine Herzensangelegenheit. Am 11. März möchten wir uns in den Räumen der galerie riedmiller treffen, Ausschnitte der unter Thal#17 entstandenen Filme anschauen, uns an Doris erinnern und gemeinsam darüber sprechen, wie die Vortragsreihe im Geiste von Doris fortgesetzt werden könnte.
Familie und Freunde von Doris, architekturforum allgäu
Samstag 11. März, 15 Uhr, galerie riedmiller, Unterthal 33, Bad Grönenbach-Thal
Kostenlos und mit eigener Sitzgelegenheit. Bei jeder Witterung.
Eine Veranstaltung des architekturforum allgäu e.V. in Kooperation mit dem Treffpunkt Architektur Schwaben (TAS) der Bayerischen Architektenkammer.
El origen del lugar – topogénesis – der Ursprung des Ortes Sindy Martinez Lortia, Erik Carranza López, Anónima, Mexiko Stadt
Erik Carranza López und Sindy Martinez Lortia sind die Inhaber des mexikanischen Architekturbüros Anónima mit Sitz in Mexiko Stadt. Das Team arbeitet als Plattform für Architekten und Designer seit 2007 an Interventionen verschieden ster Art in der Stadt und auf dem Land sowie an Untersuchungen über die Entgrenzung der Stadt. Sie entwickelten partizipativ mit den Nutzern Skateparks und führten gemeinsame “street and food“-Aktionen durch. Beide lehren an der Universität La Salle in Mexiko Stadt, erhielten mehrere nationale und internationale Stipendien und waren häufig eingeladen zu Konferenzen weltweit. Sie waren Teil des Pavillons der USA auf der Architektur-Biennale 2014 in Venedig. “Still looking for the face I had before the world was made” U2, Mofo Das Architekturbüro Anónima arbeitet bereits zum zweiten Mal für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit vor Ort, um Systembaukästen und klima angepasste Planungen und bauliche Lösungen gemeinsam mit den Bewohnern umzusetzen. Das besondere Interesse liegt bei dem „Werkzeug kasten der Nachhaltigkeit“ („caja de herramientas de la sostenibilidad“), der als landesweite Grund lage für eine regionale Anpassung an die unter schiedlichen Klimazonen Zentralamerikas dienen soll. Vorbild für regionale Anpassungen sind Bau elemente und Tektonik, die teils seit der Maya-Zeit etabliert sind und heute wieder eingesetzt werden. Die gestalterische Weiterentwicklung wird vor Ort im Austausch mit den Wohnungs eigen tümern von fachlicher Seite begleitet. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ fördert mit der KfW-Bank die nachhaltige Ertüchtigung von Selbstbausiedlungen in verschiedenen mexikanischen Klimazonen mit Wissensaustausch und Mikrokrediten. Ziel ist es, den Energie verbrauch der Siedlungen für Bewohner mit geringem Ein kommen zu senken, den Komfort zu erhöhen und den Umbau mit diesen in Koopera tion umzu setzen. https://anonima.com.mx
Begrüßung Doris Riedmiller, architekturforum allgäu e.V.
Grußwort Norbert Pracht, Mitglied des Beirats TAS
Einführung und Übersetzung Florian Plajer, Architekt Stadtplaner Regierungsbaumeister
Open-Air-Filmabend 'Die Architekten' (1990)
DEFA-Klassiker von Peter Kahane
Donnerstag, 12. August, 20.00 Uhr
Reglerhaus, Webergasse 14, Kempten
Kostenlos bei guter Witterung und mit eigener Sitzgelegenheit
Kunst im öffentlichen Raum – Jury bis Werkplan: Achim Aisslinger, Aisslinger + Assoziierte Architekten, Hamburg
Achim Aisslinger stellt uns zeitgenössische, meist Hamburger Objekte im Stadtraum vor. Er wirft einen speziellen Blick auf die oft beiläufige, skulpturale Möblierung des öffentlichen Raums. Bei den ausgewählten, in Kooperation realisierten Projekten handelt es sich um den ‚Double Triangular Pavilion for Hamburg‘ mit dem Künstler Dan Graham, die Klanginstallation ‚white lily‘ in Enschede mit dem Künstler Andreas Oldörp und das ‚Nelson Mandela Denkmal‘ in Nürnberg mit den Künstlerinnen Andrea Knobloch und Ute Vorkoeper. Aisslinger studierte in München, London und Hamburg. Einer seiner Professoren war der britische Architekt und Maler Will Alsop. Seit 1994 ist er freischaffend tätig, davor arbeitete er bei Otto Steidle und medium Architekten. Es folgten zahlreiche Projektrealisationen, mehrere Wettbewerbspreise und Workshops, z.B. auf den Lofoten mit dem deutsch-britischen Soziologen Norbert Elias und dem norwegischen Philosophen Arne Naess und im indischen Bangalore zum Thema ‚Tiny Houses‘ in Kooperation mit dem Goethe-Institut. Ausstellungsprojekte im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers waren ‚metromorph‘, 1994, ‚bautafel‘, 1997, ‚aktuelle australische architektur‘, 2000 und ‚teaching tubes‘, 2009. Seit 2005 entwickelt das Büro gemeinsam mit dem studio aisslinger Berlin ein serielles, wieder zerlegbares Bausatzhaus ‚Loftcube‘, das an verschiedenen internationalen Standorten errichtet wurde. Er war Teilnehmer der 12. Biennale di Architettura di Venezia im deutschen Pavillon in der Ausstellung ‚Sehnsucht‘. Seit fünfzehn Jahren Mitarbeit im Programm Architektur und Schule. Aisslinger war drei Jahre Vorstand des Hamburger Kunstvereins und ist seit 1998 Mitglied der Kunstkommission der Freien und Hansestadt Hamburg. Der turnusmäßige Austausch über Kunst im öffentlichen Raum in der Kunstkommission fungiert gleichzeitig als theoretischer Diskurs. Über Solo-Teilnahmen an künstlerischen Wettbewerben im Stadtraum ergaben sich in der Praxis zunehmend Kooperationen mit bildenden Künstlern und Künstlerinnen, zunächst bei Ausschreibungen und dann bei den darauf folgenden Ausführungs- und Detailplanungen von Denkmalen und Skulpturen.
Begrüßung Doris Riedmiller, galerie riedmiller - Einführung Franz G. Schröck, architekturforum allgäu e.v.
Der Vortrag und das anschließende Gespräch finden statt in den Räumen der galerie riedmiller in Thal, Bad Grönenbach, Unterthal 33
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß die Teilnehmerzahl in Zeiten von Corona leider sehr stark begrenzt werden muß und ein Besuch nur nach Anmeldung, die von uns bestätigt wurde, möglich ist. Die Veranstaltung wird gemäß unserem Hygieneschutzkonzept durchgeführt, mit Mund- und Nasenschutz, der natürlich am Platz abgenommen werden darf.
Eine Gruppe junger ehrenamtlicher Architekten versteht sich als kreative, achtsame und technisch gut ausgebildete Universal-Problemlöser. Mit Leidenschaft, Humor und ihren eigenen Händen bauen sie gemeinnützige Robin Hood Hotels im Himalaya, die längsten Wasserrutschen am Tanganjika-See, Kirchen-Moscheen in der Tansanischen Savanne, coronataugliche Treffpunkte in Bayern und ihr eigenes headquarter in Kaufbeuren > www.supertecture.com
Wir freuen uns sehr auf den Vortrag von 'Supertecture'-Gründer Till Gröner am Regler.HausderBaukultur, Webergasse 14, 87435 Kempten (überdachte Freiluft-Veranstaltung unter Einhaltung der geltenden Corona-Auflagen)
In den vergangenen Jahrhunderten hat die Gestaltung profaner und öffentlicher Gebäude zu wesentlichen Teilen unsere regionale Identität bestimmt. In unserer Zeit macht sich mehr und mehr ein „globales Allerlei“ breit, das auch unsere wertvolle Allgäuer Kulturlandschaft überschwemmt und zu einem Verlust an Lebensqualität führt. Der Architekt Franz G. Schröck versucht der Frage nachzuspüren, wie bei dieser Entwicklung gegengesteuert werden kann.
Vortrag im Rahmen des 4. Frühjahrs-Seminars der Allgäuer Heimatakademie im Dorfstadel Eglofs e. V. | Dorfplatz 3 | 88260 Eglofs
Anmeldung: Heimatbund Allgäu e.V. Geschäftsstelle Westendstraße 21, 87439 Kempten, Tel. 0831 / 2 67 75 oder per E-Mail unter info@heimatbund-allgaeu.de Weitere Infos: www.allgaeuer-heimatakademie.de
Kino#2
Architektur der Unendlichkeit
Dokumentarfilm von Christoph Schaub
mit den Architekten Álvaro Siza Vieira, Peter Zumthor, den Künstlern James Turrell und Cristina Iglesias
Samstag, 16.11., 19 Uhr
Ort: BUNKERBG neben galerie riedmiller
Unterthal 31, 87730 Bad Grönenbach-Thal
Eintritt: 5 Euro
Pizza und Getränke vor Ort
Nach dem Film: DJ Luk
Mit herzlichen Grüßen
Doris Riedmiller und das Organisationsteam Felix Huber, Ainhoa Müller, Dorothea Netzer
Referent: Franz G. Schröck, architekturforum allgäu
Veranstaltungsort: Hofgarten Stadthalle, Hofgartenstraße 14, 87509 Immenstadt im Allgäu
im Rahmen von: DIE SÜDLICHE 2019 Die Jahresausstellung der Bildenden Künstler des Landkreises Oberallgäu
28. Oktober – 17. November
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 15.00 – 18.00 Uhr
Samstag - Sonntag 11.00 – 18.00 Uhr
'Wir veranstalten im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat die Tagungen der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz im Rahmen der Begleitung des Städtebauförderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz. Die nächste Tagung der Expertengruppe findet am 13. und 14. März 2019 in Kempten (Allgäu), Bayern statt und beschäftigt sich mit unserem Jahresthema „Öffentliches und privates Bauen – Engagement und Qualitätssicherung im Städtebaulichen Denkmalschutz“.
Nachdem sich die Expertengruppentagung, bei der neben den Mitgliedern der Expertengruppe auch Vertreter des Bundes, des Landes und der Landesdenkmalpflege anwesend sein werden, am ersten Tag ausführlich der Stadt Kempten (Allgäu) widmet, soll das Tagungsthema am zweiten Tag anhand weiterer Städte und Akteure in Bayern vertieft werden. Daran anknüpfend möchten wir Sie gern zum zweiten Tagungstag einladen und würden uns freuen, wenn Sie mit einem Vortrag zum Architekturforum Allgäu teilnehmen. Wir stellen uns dabei einen ca. 15-20-minütigen Beitrag Ihrerseits vor und würden gern anknüpfend an unser Jahresthema die Arbeit und die Rolle des Architekturforums Allgäu im Zusammenspiel mit u.a. den Kommunen, privaten Vorhabenträgern und weiteren Initiativen hinsichtlich der Qualitätssicherung beim öffentlichen und privaten Bauen thematisieren.
Der zweite Tagungstag geht voraussichtlich von 9.00 bis ca. 12.00 Uhr. Einen aktuellen Programmstand und die offizielle Einladung übermitteln wir Ihnen selbstverständlich noch vorab. Wir würden uns sehr über eine positive Rückmeldung von Ihnen freuen und würden uns im Vorfeld, gerne auch telefonisch, noch näher mit Ihnen zu Ihrem Beitrag austauschen.
Die Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz ist interdisziplinär zusammengesetzt und besteht aus anerkannten Fachleuten, zu deren fachlichen Schwerpunkten die erhaltende Stadterneuerung und die städtebauliche Denkmalpflege zählen. Sie berät Bund und Länder bei der Weiterentwicklung des Programms, sie unterstützt den Prozess der Erhaltung und Weiterentwicklung von historischen Stadtquartieren, indem sie aktuelle stadtentwicklungspolitische Fragen im Kontext der Programmintention des Städtebaulichen Denkmalschutzes reflektiert und frühzeitig Probleme signalisiert. Die Expertengruppe führt regelmäßig Arbeitstreffen in ausgewählten Städten durch. Dort erörtert sie die Ergebnisse und Probleme bei der Erhaltung und Erneuerung historischer Bausubstanz und erarbeitet ortsspezifische Handlungsempfehlungen.'
Nanette Pfeiffer
Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz, Voltaireweg 4, D-14469 Potsdam
Nachdem wir in die letzten Jahre regelmäßig von `Die Südliche` eingeladen waren, Themenabende an der Schnittstelle zwischen Architektur und Kunst zu veranstalten, haben wir diesmal einen Bereich ausgewählt, dem in unserer Region meist keine gebührende Bedeutung beigemessen wird, nämlich der Schrift an und in Gebäuden und im öffentlichen Raum
Wir laden daher dieses Jahr am Sonntag, 28. Oktober 2018, 18 Uhr ein ins Kunsthaus Villa Jauss nach Oberstdorf, um dieser Gestaltungsaufgabe nach einem Impuls-Vortrag von Franz G. Schröck, architekturforum allgäu gemeinsam nachzuspüren. Wir freuen uns über einen regen Besuch!
Die Südliche – Jahresausstellung der Bildenden Künstler des Landkreises Oberallgäu
14. Oktober - 18. November 2018
Kunsthaus Villa Jauss
Fuggerstraße 7, 87561 Oberstdorf
Telefon 08322 / 940266
www.villa-jauss.de
Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag, 15 - 18 Uhr
Samstag - Sonntag, 11 - 18 Uhr
„Von Donuts und Berlinern ...“ LandLuft Wanderausstellung Baukultur gewinnt! Beispiele zukunftsfähiger Gemeindeentwicklung in Österreich und Deutschland Freitag, 19.Oktober 2018, 12:30 – 15:30 Uhr Hörsaal „Am Herrengarten“ Herrengarten 10, 57072 Siegen
Programm
12:30 Uhr Stadtrundgang Treffpunkt: Rathausgalerie Siegen, Kornmarkt 20 vor dem Baukultur-Banner Kurze Begrüßung durch Franziska Neumann, Südwestfalen Agentur Kurze Begrüßung durch Eckhardt Weidt, Leiter Stadtentwicklung und -planung, Universitätsstadt Siegen Stadtrundgang mit Eckhardt Weidt, Leiter Stadtentwicklung und -planung, Universitätsstadt Siegen 14:15 Uhr Eintreffen im Hörsaal „Am Herrengarten“ Austausch bei regionalem Fingerfood und Getränken 14:30 Uhr Impulsvortrag zum Thema „Von Donuts und Berlinern ...“ –Entwicklung innerörtlicher Lebensräume am Beispiel Memmingen Impulsvortrag durch Franz G. Schröck, architekturforum allgäu e.V., Kempten (Allgäu) 15:00 Uhr Diskussion und Rückfragen Übertragung auf Universiätsstadt Siegen 15:30 Uhr Austausch und Diskussion Moderation: Franziska Neumann, Südwestfalen Agentur
Informationsabend 'Wohnträume verwirklichen'
bigBOX Allgäu Konferenzraum 4/5, 87435 Kempten, Kotterner Str. 62 - 64
Kurzvorträge zu aktuellen Themen
Wie bauen im Allgäu? - qualitätvoll und kostenbewusst! Franz G. Schröck, Geschäftsführer architekturform allgäu
Kinderleicht ins eigene Heim - Eigenen Wohnraum schaffen mit den Förderprogrammen des Freistaates Bayern und der BayernLabo Julia Lauber, Förderinstitut BayernLabo
Die passgenaue Finanzierung / Zinssicherheit / Baukindergeld Harald Götzl, Baufinanzierungsexperte Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu eG
Veranstalter: Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu eG
Tag der Raumordnung III
Das deutsche Grundgesetz sieht im Art.14, Abs. 2 vor, dass Eigentum auch Verpflichtungen mit sich bringt. Die Bayrische Verfassung schreibt im Art. 161 Abs. 2 fest, dass Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- oder Kapitalaufwand des Eigentümers entstehen, für die Allgemeinheit nutzbar zu machen sind. Sind die gesetzlichen Vorgaben unserer deutschen Nachbarn eine Vorlage für Vorarlberg?
Eine Veranstaltung für Fachleute, interessierte Bürgerinnen und Bürger Montag 07. Mai 2018, 16:00 – 19.30 Uhr Gasthaus Löwen Tisis, Dorfstraße 28, 6800, Feldkirch
Programm
15.45 Uhr get-together 16.00 Uhr Begrüßung 16:05 Uhr Aktive Bodenpolitik in der Stadt Feldkirch Input Bgm. Mag. Wilfried Berchtold
16.15 Uhr Referat 1: Räumliche Planung und Bodenpolitik in Deutschland - rechtliche Grundlagen, Instrumente, Reformbedarf: Dipl.-Ing. Stephan Reiß-Schmidt, Stadtdirektor a.D. München
16.45 Uhr Referat 2: Kein schöner Land in unserer Zeit als hier das unsere weit und breit? Raumplanung und Allgäuer Kulturlandschaft: Architekt Franz G. Schröck, architekturforum allgäu
17:15 Verständnisfragen an die Referenten 17:30 Pause 18.00 Uhr
Referat 3: Soziales Bodenrecht in der Gemeinde Bürgermeister a.D. Michael Pelzer, Weyarn
18:30 Uhr Diskussionsmöglichkeit mit den Referenten sowie Herrn DI Bernhard Ölz, Vorstand der PRISMA Holding AG, Standort- und Regionalentwicklung 19:15 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse und Ende der Veranstaltung
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme Josef Mathis, für die Initiative für eine gemeinwohlorientierte Raumentwicklung Vorarlberg www.vauhochdrei.at info@vauhochdrei.at
am Beispiel von vier regionalen Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst
Bereits zum fünften Mal wurde das architekturforum allgäu gebeten im Rahmen der `Südlichen` einen Themenabend an der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur zu bestreiten. Der Inhalt der diesjährigen Veranstaltung am Samstag, den 13. Januar 2018 um 17 Uhr im Museum Hofmühle in Immenstadt (An der Aach 14) geht zurück auf eine Anregung aus unserer Gesprächsrunde `Kunst im öffentlichen Raum`, zu der sich in unregelmäßigen Abständen Künstler und Architekten in den Geschäftsräumen des architekturforum allgäu treffen.
Zum Thema `Öffentlicher Raum und Museum` sind Vertreter von vier regionalen Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst eingeladen: Kunsthaus Kaufbeuren, Künstlerhaus Marktoberdorf, Museum Villa Rot und MEWO-Kunsthalle Memmingen. Nach jeweiligen Impulsvorträgen versuchen wir im Laufe des Abends gemeinsam mit dem Publikum auszuloten, welche Rolle gut gestaltete Museumsräume für die Präsentation moderner Kunst spielen und welche Wechselbeziehungen Museumsräume mit den angrenzenden Stadträumen aufbauen können – um auf diese Weise idealerweise ein Maximum an öffentlicher Wirkung zu erzielen.
Wir freuen uns auf einen regen Besuch!
Wir laden herzlich ein zum vierten Vortrag unserer Veranstaltungsreihe 'Wer gestaltet unsere Stadt?'
Florian Plajer, Architekt und Stadtplaner, München spricht über: Freiheiten bei der Gestaltung Stadt * Wohnen = Leben? Land und Stadt als Grundlage für Stadtentwicklung mit Beispielen aus München, Barcelona und Kopenhagen, selbstverständliche Rahmenbedingungen für nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum - und erzählt von seinen Erfahrungen eines Studienprojekts in Mexiko. Florian Plajer ist den Gästen unserer Vortragsreihe Thal # 01 bis 15 bestens bekannt als Referent und Übersetzer der spanischen Architekten, die er von der Technischen Universität München ins Allgäu führte. Für das Schloß Bad Grönenbach war er beteiligt an einem Studentenprojekt mit Prof. Manuel Gallego Jorreto. Veranstaltungsort Kulturwerkstatt Memmingen, Schweizerberg 10, 87700 Memmingen Veranstalter Architekturforum allgäu e.V. in Kooperation mit dem Stadtmuseum Memmingen - Projekt 'Zeitmaschine Freiheit' gefördert im Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes www.architekturforum-allgaeu.de www.zeitmaschine-stadtmuseum-mm.de Mit freundlichen Grüßen Doris Riedmiller galerie riedmiller Thal, Unterthal 33, 87730 Bad Grönenbach T +49(0)8334 986151 info@galerie-riedmiller.de www.galerie-riedmiller.de
Jochen Paul: Das Gegebene und die Grenzen
Bis auf den letzten der ca. 150 Stühle besetzt ist die Lagerhalle der ehemaligen Ersten Allgäuer Rahmzentrale, als Dr. Jörg Heiler, Vorstand im Kreisverband Schwaben Augsburg des BDA Bund Deutscher Architekten, am Freitagabend vergangener Woche seinen Studienfreund im Rahmen der Vortragsreihe „Thal#“ über Architektur, Baukultur, Städtebau und Landschaft, Kunst und Design in der Galerie Riedmiller in Bad Grönenbach-Thal begrüßt. Der Architekt, der seit 2005 zusammen mit Peter Geiger das Büro heilergeiger architekten in Kempten führt, und Peter von Matuschka hatten Anfang der 1990er Jahre zusammen an der Architectural Association (AA) in London bei Peter Salter und Peter Smithson studiert – von dem sie, so Jörg Heiler, gelernt haben, „dass Architektur kein Selbstzweck ist, sondern sich stets auf den Menschen beziehen muss“. Seine Berliner Niederlassung gründete David Chipperfield 1998 nach dem Gewinn des Wettbewerbs für das Neue Museum mit Eva Schad als Managing Director – die gebürtige Kempterin ist seit 2011 Büropartner, Peter von Matuschka arbeitet dort seit 2002. In seinem Vortrag beschreibt er den Beruf des Architekten als „abenteuerliche Tätigkeit in der Schwebe zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Erfindung und Gedächtnis, zwischen Mut zur Modernität und Achtung der Tradition“. Diese Haltung ist den vorgestellten, von ihm geleiteten Projekten aus Deutschland, Europa und Asien bei allen Unterschieden in Bezug auf ihre Nutzung, Größe und Lage auch deutlich anzumerken: David Chipperfield Architects entwickeln die Identität ihrer Bauten konsequent aus dem Ort heraus, an dem sie stehen, und seinen Rahmenbedingungen. So leiteten sie Ihre „Villa Eden“ in Gardone über dem Gardasee aus der Typologie der im 19. Jahrhundert ortsüblichen „Limonaia“ ab, einer Art Gewächshaus für die Zitronenbäume. Ihr zehngeschossiges Bürohaus an der Nahtstelle zwischen einer achtspurigen Hauptverkehrsstraße und einem öffentlichen Park in Hangzhou verkleideten sie wegen der in China üblichen hohen Rohbautoleranzen mit einer Fassade aus Kupferblech – die dem schmal geschnittenen Haus eine enorme Präsenz gibt. Außerdem verdeutlichte Peter von Matuschka in seinem Vortrag, wie ihre Architektur in einem konstanten, nicht immer linearen, aber stets spannenden Prozess des Werdens und Wachsens, von These, Antithese und Synthese entsteht. Dabei liegt zwischen den ersten Ideen und dem fertiggestellten Gebäude häufig ein langer Weg der Reifung: Ihr eigenes Büro in Berlin gestalteten sie im Dialog mit den inzwischen 140 Mitarbeitern als Hofsituation, in der drei unterschiedlich hohe Sichtbetonkuben die im Krieg weitgehend zerstörte Gründerzeitbebauung sensibel ergänzen. Ein weiteres Beispiel dafür, wie die Architekten versuchen, „die Grenzen und das Gegebene als Rahmenbedingungen unserer Arbeit zu erkennen und zu lieben, um daraus ein robustes Konzept zu entwickeln“, ist die ehemalige Bötzow-Brauerei in Berlin-Prenzlauer Berg: Für das 24.000 Quadratmeter große Areal der 1885 gegründeten ehemals größten Privatbrauerei Norddeutschlands entwickeln David Chipperfield Architects seit 2013 den Masterplan und ein umfassendes Revitalisierungskonzept. Die Präsentation der aktuellen Renderings, Pläne, Modellfotos und der Bestandsaufnahmen von imposanten, teils unterirdischen Gewölbehallen illustrierte das Zusammenspiel von Altbestand und Neubauten und setzte den passenden Schlusspunkt in dem 1889 errichteten Vortragssaal mit seinen „preußischen“ Kappendecken.
Peter von Matuschka / David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin / "Entstehungsprozesse von Architektur"
Begrüßung: Doris Riedmiller, galerie riedmiller und architekturforum allgäu
Einführung: Dr. Jörg Heiler, Architekt BDA
„Die Entstehungsprozesse von Architektur sind für mich immer wieder sehr faszinierende, intensive Erlebnisse, insbesondere dann, wenn sie zu gebauter Realität werden.
Renzo Piano soll gesagt haben: „Der Beruf des Architekten ist eine abenteuerliche Tätigkeit: Ein Grenzberuf in der Schwebe zwischen Kunst und Wissenschaft, auf dem Grat zwischen Erfindung und Gedächtnis, zwischen Mut zur Modernität und echter Achtung der Tradition.“
Architektur entsteht nach unserer Erfahrung zunächst einmal in einem konstanten, nicht immer linearen, spannenden Prozess des Werdens und Wachsens, der These, Antithese und Synthese. Zwischen den ersten Ideen und dem fertiggestellten Gebäude liegt häufig ein langer, manchmal abenteuerlicher Weg der Reifung, Schichtung und natürlich auch der Intuition.
Das Bekenntnis zum gemeinschaftlichen Aspekt der Gestaltung von Architektur steht dabei im Zentrum jeder Projektarbeit, von der ersten Skizze bis hin zur Fertigstellung.
Das Gegebene und die Grenzen sind aus unserer Sicht prägende Rahmenbedingungen der Architektur. Das Gegebene und Vorgefundene ist viel: der Ort, seine Grenzen, die Bauaufgabe, das Baurecht, das Geld, die Menschen, die planen, die bauen, die das Haus benutzen und bewohnen und die, die es besitzen. Zu den Rahmenbedingungen gehören in unserem Büro sehr unterschiedliche Aufgaben in sehr unterschiedlichen kulturellen Umfeldern. Als Architekten versuchen wir die Grenzen und das Gegebene zu erkennen und zu lieben, um daraus ein robustes Konzept zu entwickeln, das das Projekt bis zur Fertigstellung und darüber hinaus trägt.“ Peter von Matuschka
Nach seinem Architekturstudium an der Hochschule der Künste Berlin erhielt Peter von Matuschka ein Stipendium für die Architectural Association School of Architecture, London, das er 1995 mit dem Diplom in der Klasse von Prof. Peter Salter abschloss. Danach war er in mehreren Architekturbüros und freischaffend tätig. Seit 2002 arbeitet er für DCA in Berlin. Anhand einiger exemplarischer Projekte, für die er die Projektleitung innehatte, wird er die Arbeitsweise der David Chipperfield Architects vorstellen, zum Beispiel den Neubau eines Bürohauses in Hangzhou, China, der 2013 fertiggestellt wurde, inmitten eines heterogen bebauten Wohn- und Geschäftsquartiers nahe des beschaulichen Shuyhan Parks, und den Neubau des Folkwang Museums in Essen, der 2010 fertiggestellt wurde und der den denkmalgeschützten Altbau ergänzt.
Seit der Gründung im Jahr 1985 hat David Chipperfield Architects ein vielfältiges und internationales Werk hervorgebracht, darunter Kultur-, Wohn-, Gewerbe-, Freizeit- und öffentliche Projekte sowie Studien für Masterpläne. Büros in London, Berlin, Mailand und Shanghai wirken an der großen Bandbreite an Projekten und Typologien mit. David Chipperfield Architects hat zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen für herausragende Entwurfsleistungen erhalten, darunter 2007 den RIBA Stirling Prize für das Literaturmuseum der Moderne in Marbach und 2011 den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe-Preis sowie den Deutschen Architekturpreis für den Wiederaufbau des Neuen Museums Berlin.
Im 1. Teil ihres Vortrages am Staatlichen Bauamt Kempten erläuterte Frau M. Eng, Dipl.-Ing. (FH) Julia Klumpp ihre Position zum Bauen im städtischen Kontext ...
„similia similibus curentur“!
hat der deutsche Arzt Samuel Hahnemann gegen Ende des 18. Jahrhunderts ausgerufen und er begründete damit den Leitsatz der Homöopathie. Als scharfzüngiger Kritiker der zeitgenössischen Medizin trat er auf und versuchte die damals gängigen brachialen Heilmethoden zu verhindern, wie zum Beispiel Aderlass, Brech- und Abführkuren oder sogenannte Drastika. Seiner Ansicht nach wurden durch derart gewaltsame Eingriffe die schwachen Kranken zusätzlich geschwächt und – so Hahnemann – durch die Hinzufügung neuer, zerstörender Elemente wurden Systeme, wo nicht tödlich, doch zumindest unheilbar getroffen.
"similia similibus curentur“ : „Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden“ forderte Hahnemann von der Medizin und verfolgte das Ziel, zu einer milden und individualisierten Behandlung zu kommen, die ohne gewaltsame Eingriffe in Heilung enden kann…
„Ähnliches wird durch Ähnliches behandelt und nicht Gegensätze durch Gegensätze !“…schöner könnte man einen Wunschsatz für modernen Städtebau und Architektur heute nicht formulieren, denn homöopathisch und hochverdünnt behandeln ist nichts anderes als „Bauen im Kontext“ und zu oft wird dieser sensible Umgang mit dem Umfeld einer Lust nach Schnelligkeit und Abwechslung geopfert. Nicht nur der deutsche Architekturtheoretiker Vittorio Lampugniani beklagte nämlich 2003 in der Stuttgarter Zeitung die wenig umsichtige Haltung architektonischer Eingriffe im stadträumlichen Zusammenhang:
„Ganz besonders schlimm ist es aber“ - so Lampugniani- „….nicht nur unsere Ohren, auch unsere Augen werden pausenlos mit übertriebenen Reizen bombardiert. Heraus kommt ein gigantisches visuelles Geschnatter, eine belästigende und die Augen blendende Kakophonie.... Um auf sich aufmerksam zu machen ist es, so glaubt man, unvermeidlich, sich unverwechselbar, verblüffend und ungewöhnlich darzustellen. Kurz: es erscheint unumgänglich, Lärm zu schlagen.
Angestachelt von der Konkurrenz (der Architekten) nimmt der Entwurf eine immer radauhaftere Haltung an und so verstärken sich laufend und immer zerstörerischer die visuellen Bombardements.“
Ganz anders machte es Gottfried Böhm in den 60er Jahren, als er behutsam und sensibel (wie zufälligerweise auch sein Gemüt ist) den Neubau eines Rathauses in Bensberg in ein fragiles mittelalterliches Umfeld implantierte. Der verschmelzende Zusammengang mit dem öffentlichen Raum und seinen bedeutsamen Rändern ist bis heute vorbildlich weil nämlich jedes Bauen Teil eines öffentlichen Raums ist und dieser in den meisten Fällen gewachsen ist und seine Geschichte hat.
In der Verpflichtung der Architekten liegt es nämlich, aber auch der Bauherrschaften – mit dieser Geschichte behutsam umzugehen , Häuser als städtebauliche Bausteine zu begreifen und Bezüge zum Bestand herzustellen.
„Ähnliches wird durch Ähnliches“ behandelt… ganz im Sinne der Homöopathie könnten wir bauen…wobei das Hinzufügen von Neuem eben nur in hochverdünnter Dosierung verabreicht werden könnte! Wenn wir „hochverdünnt“ bauen schaffen wir viel „Normalität“,wie es der deutsche Architekt Heinrich Tessenow Anfang des 20. Jahrhunderts nannte: „Grau ist die selbstverständlichste Farbe der Stadt“ sagte er und meinte als Vertreter des einfachen Bauens damit, daß „unsere Städte viel Normalität brauchen! Stille Formen und stille Farben!“ Diese hatten für Tessenow etwas Städtisches und Gemeinschaftliches, etwas, das nicht auseinanderreißt, nicht trennt, sondern zusammenführt..... „Je mehr wir das Städtische lieben“, so Tessenow, „sind wir im Kontext dazu verpflichtet, bekannte Formen zu verwenden und uns neutral einzufügen!“…
similia similibus…?
Nicht nur Heinrich Tessenow vertrat vehement diese Haltung des sanften Einfügens...sondern auch in der Schweiz wurde verstärkt seit den 80er Jahren durch die Architektengruppierung der sogenannten „Analogen“ unter dem schweizer Architekten Miroslav Sik die Idee vertreten, daß ein Entwurf hauptsächlich durch seinen Ort bestimmt wird. Konsequent nahmen sie mit ihren Entwürfen Bezüge zur Geschichte eines Ortes auf, bauten analog zu ihrem Umfeld, und prägten Begriffe wie „Altneu“ und „Weiterbauen“. Inzwischen ist diese feine, schweizerische „Zurückhaltung“ des neuen Bauens in gewachsenem Kontext auch in Deutschland angekommen und wird von vielen Kollegen vertreten (oder versucht) und sogar im sogenannten „Tal der Architekten“ durfte der Stuttgarter Architekt Arno Lederer kürzlich öffentlich sagen:
„Zuerst kommt die Stadt...dann das Haus“.
Das hört sich einfach an! …und weil es nicht so einfach ist, wie es sich anhört gibt es für die kontextbezogene Architektur einige wiederkehrende Leitideen, deren Beachtung hilfreich sein kann, um vorhandene Eigenarten und Qualitäten des Umfelds fortschreiben bzw. ergänzen zu können.
Erstes Leitbild: Fortführen einer vorhandenen Stadttypologie
Wie die meisten mittelgroßen Städte hat auch die Stadt Saintes an der Westküste Frankreichs in den frühen 90er Jahren unter dem Wachstum der Peripherie gelitten, während das Stadtzentrum verfiel und verwaiste. Für eine Nachverdichtung der Innenstadt wurden die geschlossenen Blockrandbebauungen der Quartiere mit 3-geschossigen Stadthäusern wieder rundum geschlossen und ergänzt, die gewachsene längliche Parzellierung der Hinterhöfe wurde wiederhergestellt, sensibel im Kontext mit Wohnhäusern bebaut und die historischen kleinen Gassen, die mehrfach quer durch den Block führten wurden von der Stadt in aufwendigen Verfahren wieder zurückgekauft und als Erschließung der Hinterhäuser sinnfällig wiederhergestellt. Dieses Projekt einer Restrukturierung und Nachverdichtung schaffte mit hohem Planungsaufwand und Engagement ein Musterbeispiel für ein organisches (homöopathisches?) Fortschreiben eines Stadtgrundrisses.
Zweites Leitbild : Fortführen einer vorhandenen Fassaden- und Gebäudetypologie
Der Neubau des schweizer Mädchenwohnheims vom Graubündner Architekten Caminada wurde am Fuße des Klosters Disentis gebaut. Ein einfacher, massiver Baukörper vermittelt zwischen der Maßstäblichkeit des Klosters und der Maßstäblichkeit der Stadthäuser. Seine Fassaden sind als Lochfassaden in den Ort eingefügt und zeigen auf diese Weise sowohl ihre Zugehörigkeit zum Kloster, als auch zur Stadt. Als neues und moderenes Volumen spielt das Gebäude trotzdem die alten Regeln mit, wie auch das kleine Wohn- und Geschäftshaus in einer Seitenstraße der Memminger Altstadt. Die Entwurfsverfasser (SOHO) haben die markanten Merkmale der Fassadentypologien integriert und bieten eine Essenz des vorgefundenen Umfelds an. Trotz absoluter Reduktion dieser Gestaltungsmerkmale findet man sowohl die am Ort vorhandenen Geschossversprünge, die am Ort vorhandene Typologie der Lochfassade und eine Mischform der am Ort vorhandenen Dachformen wieder. Trotz einer modernen Architekturhaltung zitiert das Haus seine Nachbarn und schreibt somit die Geschichte dieser Stadt weiter.
Drittes Leitbild: Lokalkolorit
Der vorgenannte schweizer Architekt Miroslav Sik hatte an der ETH Zürich mit seinen analogen Theorieausführungen den Begriff des „Lokalkolorit“ geprägt. Er rief dazu auf, neben der städtebaulichen und fassadentypologischen Besonderheit eines Ortes eine lokale Eigenart und Atmosphäre zu suchen – wie ein lokaler, sprachlicher Dialekt, der sich in farblicher oder detailspezifischer Aussage transportieren liesse. Auch wenn, oder gerade weil dieser lokale Geruch etwas Alltägliches, ja sogar Banales (oder nach Heinrich Tessenow: etwas Normales) wiederspiegeln kann, gilt es, eben genau dieses zu transportieren. Diese Fortführung hält so die Verbindung zwischen dem neu Eingefügten zum Bestand und Geschichte.
Das verbindende Einfügen der Galerie am Kupfergraben auf der Museumsinsel in Berlin gelingt David Chipperfield Architekten unter anderem durch das Aufgreifen einer lokalen Farbgebung in neuer Materialität und Formensprache und die Schweizer …haben ihre Theorie zum „Weiterbauen“ in der Architektur bereits in Gesetzestexte übersetzt und haben zum Schutz ihrer alten Dörfer eine sinnfällige Satzung: Weicht ein altes Haus einem neuen, so muß dieses die gleiche Kontur und gleiches Volumen haben wie das alte. Damit bleiben Grundstruktur, Maßstab und räumliche Atmosphäre im urbanen Zusammenhang erhalten. Da das Raumprogramm für das Künstleratelier in Scharans viel kleiner war, als der Vorgängerbau, stellte der Architekt Valerio Olgiati eine teilweise leere Hülle, die jedoch exakt der Kubatur und Außenform des Vorgängerbaus entspricht. Die weitere Einbindung des Neubaus erklärt er über die rote, ausgewaschene Farbgebung des Sichtbetons, der mit seiner strukturierten Brettschalung den umgebenden, verwitterten Holzbauten nahekommt und deren unscharfe und dunkle Konturen nachspielt. Des Weiteren wurde beim Betonieren ein ortstypisches rundes Ornament in die Schalung eingelegt, welches man über Jahrhunderte in Holztruhen, Stühle und Deckenbalken einschnitzte und welches das prägende Markenzeichen des kleinen Dorfes war. Ein uralter ortsansässiger Holzschnitzer schnitzte über Monate diese Ornamente in die Sichtbetonschalung ein und legte mit seiner Arbeit eine beinahe poetische lokale Essenz bei.
Am Donnerstag, 2. Juli 15, referiert um 20.00 Uhr im Haus Oberallgäu die Wiener Historikerin Barbara Feller zum Thema "Nachwuchs für den Führerstaat - Ausbildung an NS-Ordensburgen am Beispiel Sonthofen im Allgäu"
Die Erziehung der zukünftigen Elite war ein Schwerpunkt der nationalsozialistischen Politik. Zwischen 1934 und 1936 wurden dazu für das künftige Führungspersonal drei Ausbildungsstätten (die „Ordensburgen“) errichtet. Dort fanden bis zu Kriegsbeginn zahlreiche Schulungen und Tagungen sowie Lehrgänge für die sogenannten „Ordensjunker“ statt. Ab 1937 wurden die Ordensburgen auch Standorte der neu gegründeten Adolf-Hitler-Schulen. In diesen Internaten erhielten sorgsam ausgewählte Burschen eine an Ideen der Reformpädagogik orientierte Ausbildung. Für den bis dahin verschlafenen Ort Sonthofen bedeutete die große Burganlage (heute als General Oberst Beck-Kaserne von der Deutschen Bundeswehr genutzt) eine massive Veränderung.
Veranstaltungsort: Haus Oberallgäu, Richard-Wagner-Straße 14, 87527 Sonthofen
Eintritt frei
Kathedralen der Kultur lässt sechs hervorragende und höchst unterschiedliche Bauwerke für sich selbst sprechen...
Das Filmprojekt erkundet, wie Gebäude unsere Kultur reflektieren. Aufgeladen mit den Gedanken und Gefühlen der Personen, die sie erbauten und die sie benutzen, sind diese Gebäude voller Zeugnisse der Vergangenheit, der Gegenwart und sogar der Zukunft. Sie besitzen ein Gedächtnis und sind ein Abbild unserer Gesellschaft. Sechs renommierte internationale Regisseure verleihen dem Projekt ihren jeweils eigenen Stil und beantworten in einer unverwechselbaren Handschrift die Frage: "Wenn Gebäude sprechen könnten, was würden sie uns erzählen?" galerie riedmillerUntertal 3387730 Bad Grönenbach Eintritt mit Apéro:Euro 5,- bei Kartenreservierung unter: info@galerie-riedmiller.de Euro 7,- an der Abendkasse architekturforum allgäu e. V.Bayerische Architektenkammer SchwabenTreffpunkt Architektur Schwabeneloprop GmbH consulting agency
Franz G. Schröck, Geschäftsführer des „architekturforum allgäu“, sammelt seit Jahren ...
Material für einen Allgäuer Architekturführer. Ein Architekturführer der besonderen Art, denn darin sollen die wesentlichen regionalen Bauwerke im Zeitraum vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur deutschen Wiedervereinigung vermerkt sein.
Auch bedeutsame Architekten wie u. a. Theodor Fischer, Lois Welzenbacher, Paul Bonatz, Thomas Wechs und Gottfried Böhm waren in der Region tätig.
Leider existieren viele Bauwerke gar nicht mehr oder sind zumindest äußerlich und innerlich stark verändert. Im Vortrag werden einige ausgewählte Bauwerke vorgestellt und Fragen zur Architektur vergangener Tage im Allgäu besprochen.
Museum Hofmühle, An der Aach 14, 87509 Immenstadt
Eintritt: 5 Euro
Historische Dachstühle bleiben für das ungeübte Auge verborgen ...
Jahrhundertealte Konstruktionen aus Holz geben ein Beispiel der damaligen Ingenieurskunst. Doch es waren die Erfahrung und das Können der Zimmermeister, die sich für die Konstruktion von Dachstühlen verantwortlich zeichneten. Wie wird das Gewicht des Daches auf das Mauerwerk abgeleitet? Was sind die Gefahren, die einem Dachstuhl widerfahren können? Mit welchen Werkzeugen und Hilfsmitteln wurde damals gearbeitet?
Cordula Jörg-Geisser, Dipl.-Ing. Freie Architektin BDB, behandelt in ihrem Vortrag die Entstehung, mögliche Probleme und noch vorhandene historischeDachstühle in Immenstadt. Danach werden Sie die alten Gemäuer mit anderen Augen wahrnehmen!
Museum Hofmühle, An der Aach 14, 87509 Immenstadt
Eintritt: 5 Euro
Ergänzend dazu findet am Samstag 30. Mai 2015 von 10:30 Uhr - 12:00 Uhr eine profunde Führung durch historische Dachstühle in Immenstadt statt.
Treffpunkt ist am Haupteingang des Museums.
Um Voranmeldung für die Führung unter 08323- 3663 (Museum Hofmühle) wird gebeten!
.ARCHITEKTUR UND IDENTITÄT KAP ON TOUR / ALLGÄU
.Thal # 14 ist die vierzehnte Veranstaltung einer Reihe von Vorträgen zu den Themen Architektur, Baukultur, Städtebau und Landschaft, Kunst und Design. Sie wird von der galerie riedmiller und dem architekturforum allgäu in Zusammenarbeit mit dem TAS – Treffpunkt Architektur Schwaben der Bayerischen Architektenkammer in Thal Bad Grönenbach veranstaltet. Die Vorträge und das anschließende Gespräch finden in den Räumen der galerie riedmiller statt. Open End. Mit Wein und Käse. Wir heißen Sie herzlich willkommen. Positionen und Diskurs:
Jan Theissen, AMUNT Architekten - Martenson und Nagel Theissen, Aachen / Stuttgart
Bernardo Bader, Bernardo Bader Architekten, Dornbirn / Österreich
Alexander Nägele, SoHo Architektur BDA, Memmingen / Allgäu
Einführung und Moderation:
Andreas Grosz, Leiter KAP Forum für Architektur Technologie Design, Köln
Doris Riedmiller, galerie riedmiller, Bad Grönenbach und architekturforum allgäu
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts mag es noch sinnvoll gewesen sein, über ‚japanische‘, ‚schweizer‘ oder ‚indische‘ Architektur zu sprechen. Hundert Jahre später sind die einst spezifischen und ortsgebundenen Architekturen global und austauschbar. „Nationale Identität ist offensichtlich der Modernität geopfert worden“, stellt ausgerechnet der ‚Weltarchitekt‘ Rem Koolhaas im Kontext der jüngsten Architekturbiennale in Venedig fest, die sich dem Thema ‚Absorbing Modernity: 1914-2014‘ widmete. Als Antwort oder Reflex auf die Angleichung durch die Globalisierung erleben wir eine Renaissance des Lokalen, die sich auch in der Architektur widerspiegelt. Wie geht das zusammen? Was verstehen wir unter Architektur und Identität heute? Und welche Rolle spielen lokale Architektureinflüsse in einer globalisierten Welt? Gemeinsames Merkmal aller drei Architekturbüros ist ihre Bautätigkeit im lokalen Kontext bei gleichzeitiger Wertschätzung durch internationale Architekturfachpublikationen, Preise und Auszeichnungen.
Bei AMUNT entwickeln Sonja Nagel und Jan Theissen seit 2004 in Stuttgart und seit 2010 gemeinsam mit Björn Martenson in Aachen ihre Projekte. Besonderes Merkmal ihrer Arbeit ist die Suche nach der Angemessenheit nicht nur im Entwurf sondern auch in den Materialien und Baukosten, wie bei ihrem ersten gemeinsamen Wohnhaus ‚JustK‘, das mit dem Weißenhof-Architekturförderpreis ausgezeichnet wurde oder dem Wohnhaus ‚Schreber‘. Das Büro war 2012 anläßlich der Biennale in Venedig bei der Ausstellung ‚Reduce Reuse Recycle – Ressource Architektur‘ im deutschen Pavillon vertreten und wurde 2013 mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet. Seit 2005 arbeiten sie an einer Feldforschung zwischen Stadt und Land, ‚BadZ – Bauten der Zwischenstadt. Jan Theissen war 2007 bis 2010 Dozent an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.
Bernardo Bader aus Krumbach im Bregenzer Wald gründete sein Architekturbüro in Dornbirn 2001. Seine Bauten sind eine Weiterentwicklung der traditionellen Vorarlberger Stadel und Satteldachhäuser in eine zeitgenössische Formensprache. Sie zeichnen sich aus durch exzellentes Handwerk und die Qualität der Materialien, sie wirken einfach, sind aber im Detail durchdacht. Ein gelungenes Beispiel der Sensibilität gegenüber dem lokalen Kontext ist der Umbau des traditionellen Gasthofs Krone in Hittisau, bei dem der Altbestand wieder zum Strahlen gebracht wurde. Bernardo Bader erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen den Aga Khan Award for Architecture 2013 sowie eine Nominierung für den Mies van der Rohe Award 2015 für sein Projekt ‚Islamischer Friedhof‘ in Altach/Vorarlberg. Seit 2012 ist er Dozent an der Universität in Liechtenstein.
Das Büro SoHo Architektur wurde 2000 in Augsburg gegründet und wird seit 2007 in Memmingen von Alexander Nägele geführt. Auch bei der Arbeit dieses Büros ist der wesentliche Ansatz bei der Projektentwicklung das Eingehen auf die unterschiedlichsten Gegebenheiten, Lage und Budget. Seit dem Thomas-Wechs-Preis im Jahr 2002 erhielt das Büro regelmäßig Preise und Auszeichnungen, für das Haus MuUGN u.a. 2008 den Häuser Award und 2009 in München den Bayerischen Bauherrenpreis, den best architects 13 Award Gold für das Haus KE12. Lehraufträge an den Hochschulen Augsburg und Biberach.
Veranstaltungspartner:
KAP Forum für Architektur Technologie Design, Köln www.kap-forum.de
Vortragsreihe der Galerie Riedmiller schafft kulturelle Begegnungsstätte in der Provinz
Thal # 13 Elena Rocchi Wert und Ziel der Zeichnung
Am 24.7.2014 versammelten sich in der Galerie Riedmiller in Thal bei Bad Grönenbach rund 100 Kunstinteressierte und Kulturschaffende von Nah und Fern. Der Anlass: Thal # 13, die dreizehnte Veranstaltung einer Vortragsreihe zu den Themen Architektur, Baukultur, Städtebau und Design, diesmal mit einem Vortrag über „Wert und Ziel der Zeichnung“ von Elena Rocchi. Doris Riedmiller hat in Kooperation mit dem Architekturforum Allgäu und dem TAS Schwaben, mit ihrer Galerie einen Ort in der Provinz geschaffen, einen Platz für Architektur, Design und kulturelle Bildung. Dieser besondere Ort ist mehr als eine Galerie oder ein Verkaufsraum, eine Begegnungsstätte und Ort des kulturellen Austausches für Kulturinteressierte und -schaffende. Dr. Axel Lapp, Leiter der MEWO Kunsthalle begrüßte die anwesenden Gäste und hob die Bedeutung eines solchen Kulturorts im ländlichen Raum hervor: „Die Kunstinteressierten in der Provinz haben den Vorteil mobil zu sein, sie bewegen sich mit der Kunst. Ein Ort wie die Galerie Riedmiller bringt immer auch Leute zusammen, die sich normalerweise nicht begegnet wären, die aber über ihr Interesse an der Kultur und der Kunst hier zusammen finden.“ Für die Vernetzung brauchen wir Kommunikation. Zeichnen ist eine Form der Kommunikation. Und um den Wert der Zeichnung ging es an diesem Abend.
Anhand von Beispielen ihrer Tätigkeit als Architektin und Künstlerin erklärte Rocchi, die momentan eine Gastprofessur an der Arizona State University hat, den Zusammenhang von Zeichnen, Denken, der Umsetzung und der Architektur: „Es ist für mich unmöglich, über Inspiration zu sprechen, wenn ich mich auf Architektur beziehe: jede Zeichnung dient dazu, ein Problem zu lösen, ein persönliches Ziel, gefasst in einer geometrischen Ordnung. Das Ziel einer Zeichnung ist ihr Wert. Zeichnung ist eine andere Art zu schreiben, eine Methode, etwas zu notieren, um die Vorstellung zu visualisieren, die einen beschäftigt. Alles beginnt mit einer zufälligen Beobachtung. Von dort aus bewegt sich die immer gleiche Idee von einer Zeichnung zur nächsten, bis man die Essenz des Faktischen versteht. Zeichnen hat für mich keinen künstlerischen Wert an sich, es dient dem Selektieren, dem Begreifen und somit schließlich der Konstruktion. Zeichnung ist das Gestalten einer Vision.“ Elena Rocchi, die als Projektpartner mit dem international tätigen Architekten Enric Miralles Gebäude wie das schottische Parlament in Edinburgh plante, war nach ihrem Studium an der Universität in Rom viele Jahre in Barcelona als Architektin und Dozentin an den beiden Hochschulen für Architektur tätig. In ihrem Vortrag mit vielfältigen Beispielen aus der Kunstgeschichte und anhand der ausgestellten Zeichnungen ‚Das letzte Abendmahl‘ zeigte sie einige ihrer Visionen auf und inspirierte das kunstaffine Publikum zu eigenen Visionen. Eine Vortragsreihe dieser Qualität erwartet man nicht in der Provinz. Wir hoffen davon noch viel mehr zu bekommen.
Regina Gropper, 31.07.2014
Beitrag für die Memminger Zeitung
Elena RocchiPhoenix / Barcelona / RomTHE VALUE AND AIM IN DRAWING /WERT UND ZIEL DER ZEICHNUNG
Begrüßung:
Dr. Axel Lapp Leiter MEWO Kunsthalle Memmingen
Einführende Worte Doris Riedmiller
Die Architektin und Künstlerin Elena Rocchi, Gastprofessorin an der
Arizona State University, bringt ihre Sachkenntnis aus beiden Tätigkeits-
bereichen in einen spannenden Kontext. „Zeichnen ist das Gestalten
einer Vision“. Ihre künstlerischen Arbeiten waren 2012 auf der Biennale
in Venedig ausgestellt. In Thal sind von ihr Zeichnungen ‚The last supper‘
und das Video ‚Drawing on origins‘ zu sehen.
Danach wieder Open End mit Wein und Barbecue.
Veranstalter:
galerie riedmiller / architekturforum allgäu e.v. /
Treffpunkt Architektur Schwaben der Bayerischen Architektenkammer
Ort:
galerie riedmiller
Unterthal 33, 87730 Thal - Bad Grönenbach
www.galerie-riedmiller.de
Vortrag von Professor Tobias Wulf, wulf architekten, Stuttgart bei der Preisverleihung am 08. 11. 2013 im Kornhaus Kempten
meine damen und herren, gestatten sie dass ich heute abend einfach ein bisschen über die dinge rede, die mich als architekt in letzter zeit so umtreiben. gedanken, die sich kritisch auf gegenwärtige tendenzen in der architekturdebatte beziehen, meist nur angerissen und nicht nur deshalb ohne jeden absolutheitsanspruch, aber quer gedacht und für manche zuhörer vielleicht auch provokant wirkend. diese methode verwenden wir auch beim entwerfen und architekturmachen im büro und deshalb kann ich auch gar nicht anders. baukultur zwischen effekt und effizienz steht drüber - und da haben wir es schon mit einem wort zu tun, das wohl eines der meistgebrauchten im reden über architektur geworden ist: baukultur. mit diesem begriff geht es mir allmählich schon so wie mit der nachhaltigkeit. ich mag es eigentlich nicht mehr hören. kaum eine publikation, kaum ein jurytext, kaum eine diskussionsrunde und kaum ein smalltalk ohne dieses wort. wenn man den begriff baukultur in den mund nimmt, ist man immer bei den guten. er hat sich regelrecht zu einem wohlfühlwort entwickelt. der begriff ist wie gummi - oder besser wie wackelpudding. er ist halbdurchsichtig und alles klebt irgendwie daran fest. wenn man ihn einmal an der backe hat, lässt er sich kaum abschütteln. natürlich ist baukultur für uns verpflichtung, ebenso wie nachhaltigkeit. das problem ist, dass jeder etwas anderes unter baukultur versteht und dass sich anscheinend eine auffassung durchsetzt, die baukultur mit nachhaltigkeit gleichsetzt. diesen eindruck kann man auch haben, wenn man die festschrift zum deutschen architekturpreis 2013 in die hand nimmt. tolle aufmachung, alles in gold, schliesslich handelt es sich dabei inzwischen um einen staatspreis. im text ist dann nach zahlreichen grussworten die würdigung der einzelnen ausgezeichneten bauten abgedruckt. und da kam ich schon ins stutzen. denn jeder laudatio wurde ein text zum thema nachhaltigkeit vorangestellt. das erscheint angesichts der gewollten zukünftigen bedeutung des Preises etwas unausgewogen und im grunde auch gar nicht nötig. ich gehe mal davon aus, dass es nur ein zufall war, dass ausgerechnet das projekt mit den wenigsten fenstern und der dicksten wärmedämmung am besten dabei wegkam. das wäre sicherlich falsch verstandene baukultur. ich finde eigentlich den alten begriff baukunst sehr gut. aber warum ist es heute nicht mehr üblich, den begriff baukunst zu verwenden? weil sich die kunst der rationalen argumentation und objektiven beurteilbarkeit entzieht? weil unsere bauverwaltungen mit nicht formularfähigen kriterien überfordert wären? weil heute dem bürger alles nachvollziehbar erklärt werden muss, damit er nicht zum wutbürger wird und die planung torpediert? ich denke, es ist vor allem deshalb so, weil kaum noch jemand verantwortung übernehmen will und das allgemeine absicherungsverhalten der am planungsprozess beteiligten jede nicht der konvention entsprechende idee schon im keim ersticken will. ok, statt baukunst jetzt immerhin noch baukultur. der staat als grösster öffentlicher auftraggeber setzt sich in form der bundesstiftung baukultur dafür ein. das ist in erster linie eine kommunikations- und diskussionsplattform mit dem ziel, qualität, nachhaltigkeit und leistungsfähigkeit des planungs- und Bauwesens zu fördern. die rede ist vom bauen im bestand, von ressourcenschonenden bauprozessen und qualitätssteigerung durch wettbewerb. das klingt alles gut, ist aber weit entfernt von der realität. wir architekten nehmen mit wühlmausartigem engagement an diesen wettbewerben teil (wenn man uns lässt), wirken in preisgerichten mit (wenn man uns beruft), ackern uns unverdrossen durch den dornenreichen arbeitsalltag - und werden am ende noch für die fehler anderer haftbar gemacht. dabei soll baukultur entstehen? die bundesstiftung für baukultur definiert den begriff folgendermaßen: (zitat) „baukultur ist mehr als baukunst. beispielhafte baukultur ist nicht nur „atemberaubend schön“, sondern sie berücksichtigt ebenso ökologische und wirtschaftliche qualitäten und bringt diese mit den soziokulturellen anforderungen in einklang.“ diese Umschreibung hat eine eigentümliche tendenz: erstens setzt sie die worte „atemberaubend schön“ in distanzierende anführungszeichen und zweitens unterstellt sie, dass baukunst soziokulturelle, wirtschaftliche und ökologische aspekte außeracht lässt. keine Zustimmung, euer ehren! manche auftraggeber und bauverwaltungen entwickeln eigene vorstellungen von baukultur, die sie dann gerne in umfangreiche regelwerke meisseln, wie städtische baustandards, planungshandbücher, gestaltungssatzungen et cetera. kritisch wird das dann, wenn statt der hehren baukultur eher die eigene arbeitsersparnis durch vereinheitlichung im vordergrund steht, oder die flucht vor der eigenen verantwortung durch verkriechen hinter normen. <br/>von der freiheit der kunst als baukunst keine spur mehr. also verfolgen wir die spuren mal kurz zurück zu den altvorderen der baukunst: vitruv brauchte drei worte um diese zu definieren: firmitas, utilitas und venustas, stabilität, nützlichkeit und schönheit. alberti griff das in der renaissance wieder auf und legte aber auch wert auf den 4. Begriff concinnitas, die angemessenheit – und damit ist er für unsere heutige situation brandaktuell. gottfried semper brauchte auch 4 elemente: den herd, die decke, das fundament und die wand (deren oberfläche ihn besonders interessierte). bei le corbusier sind es 5 punkte zu einer neuen architektur: die piloti, der dachgarten, das langfenster, der freie grundriss und die freie fassade. das klingt aus heutiger sicht zum teil etwas willkürlich, ist aber aus der jeweiligen zeit heraus verständlich und von revolutionärer bedeutung gewesen. aber wir haben die baugeschichte noch lange nicht aufgearbeitet. <br/>eines der letzten grossen tabuthemen ist die auseinandersetzung mit dem baulichen erbe aus der zeit des nationalsozialismus. in dieser zeit hatte übrigens der begriff der baukultur das letzte mal hochkonjunktur. natürlich wurde er durch die politische ideologie vereinnahmt und es dauerte bis in die 1980 er jahre bis diese kontamination so weit verflogen war, dass der begriff wieder gesellschaftsfähig werden konnte. wenn man sich mit den bauten dieser zeit beschäftigt, wie wir im büro dies seit einigen jahren anhand der ordensburg in sonthofen tun, gerät man in einen zwiespalt. gerade bei dieser gewaltigen und faszinierenden bauanlage wird es besonders deutlich. der hochbegabte architekt hermann giesler, der aus bleichach stammte, und dessen architektonische bedeutung aus meiner sicht höher einzuschätzen ist als die seiner naziarchitektenkollegen albert speer und paul ludwig troost, hat hier in jungen jahren ein meisterwerk geschaffen, das eine hohe räumliche und handwerkliche baukultur zeigt. sein fehlgeleiteter eifer wurde dann durch den zusammenbruch des 3. reichs glücklicherweise so gebremst, dass seine weitergehenden planungen auf der burg nicht realisiert wurden. denn diese hätten das bestehende in den abgrund gezogen aufgrund der grössenwahnsinnigen dimensionen und der hybris im umgang mit der landschaft. so aber haben wir es mit einem völlig zu recht denkmalgeschützten ensemble zu tun, bei dessen neustrukturierung und erweiterung wir einen angemessenen architektonischen weg suchen. meiner meinung nach sollte es dabei alternativen geben zu der haltung, die von renommierten architekten bisher in nürnberg, dresden und berlin vertreten wurde und die dennoch einen mahncharakter beinhaltet, jedoch mit weniger spektakulären Mitteln. beim zuständigen bundesministerium für verteidigung scheint das bewusstsein für baukultur und denkmalschutz noch nicht wirklich angekommen zu sein. die burg wird im prinzip behandelt wie jede x- beliebige militärliegenschaft, und transparente entscheidungsprozesse verbieten sich von selbst. hier ensteht ein grossprojekt in dreistelliger millionenhöhe und in den bisher 5 jahren planungszeit ist noch kein verbindliches raum- und nutzungsprogramm entstanden, sodass zwar viel geplant, aber wenig bewegt wurde. dafür gab es aber mehrfach einen ministerwechsel. <br/>aus meinem studium ist mir ein satz besonders in erinnerung geblieben, den ich gleich zu beginn des ersten semesters von meinem professor für die grundlagen der planung, horst rittel, hörte. er behauptete ohne mit der wimper zu zucken: "es gibt keine sachzwänge". wörtliches zitat: "es gibt keine sachzwänge". wir waren empört und haben ihm einen sachzwang nach dem anderen genannt, oder was wir dafür hielten. doch er blieb dabei: es gibt keine sachzwänge. seitdem gibt es für mich keine sachzwänge mehr. ob das nun stimmt oder nicht spielt eigentlich gar keine rolle. aber dieser satz hat mir in meinem berufsleben unzählige male geholfen, wenn unsere ideen und planungen in scheinbar auswegslose situationen gerieten oder auch dahin getrieben wurden. in solchen situationen hilft kein stures beharren, kein resigniertes nachgeben, keine hinterhältige strategie und kein kompromiss. das einzige, was weiterführt ist kreativität. eine kreativität, die befeuert wird durch die maxime, dass es keine sachzwänge gibt. wie sieht es heute in der realowelt und der spirituellen welt mit der baukunst aus? heute scheint der zähe ablösungsprozess von der moderne weitgehend vollzogen zu sein. auch der normale bürger, der die moderne nie richtig mochte, interessiert sich wieder für architektur. diese chance sollte nicht verspielt werden. auf der anderen seite muss es auch jetzt wieder eine avantgarde geben, die losgelöst von den niederungen des planungsprozesses und den leitplanken unserer überökonomisierten welt arbeiten kann. staat, länder und gemeinden sind teil der politischen landschaft, und diese ist im umbruch, da sich ein gesellschaftlicher wandel vollzieht. während sich die jungen inzwischen weitgehend in konformität üben, gehen die alten zum demonstrieren auf die strasse. die grünen sind zur eigentlichen konservativen kraft geworden (das kommt in Bayern auch noch) und die klassische sozialdemokratische linke ist zugunsten der linkspartei verschwunden. dazwischen eine schwer manövrierbare masse einer viel zu fetten mitte, in der es jeder jedem und jedem bürger recht machen möchte. das ist gefährlich für die architekturentwicklung, denn dieses politische prinzip ist nicht auf planen und bauen übertragbar. architekturqualität kann natürlich niemals das sein, was übrigbleibt, wenn man es jedem recht macht. was heute opportun ist, kann schon in wenigen jahren zum problem werden. das denken über den tag hinaus ist unverzichtbares merkmal unseres berufs als architekten und dabei geht es in der regel mindestens um jahrzehnte. mit jahrzehnten und jahrhunderten hat die kirche als der traditionell wichtigste träger von baukunst weniger probleme. hier scheint eher die fehlende transparenz ein hemmschuh zu sein. wenn ein bischof in limburg aufgrund seiner selbstherrlichen vorgehensweise des volkes und des papstes zorn auf sich zieht, ist das ein zeugnis mangelhafter planungshygiene. sein beitrag zur baukultur in form des fertiggestellten bauwerks sollte deswegen allerdings nicht in misskredit geraten. die zeiten, in denen grosse ideen im stillen kämmerlein reifen und in konspirativen zirkeln auf den weg gebracht werden, scheinen auch im klerus vorbei zu sein. nein, qualitätvolle entwürfe und planungen entstehen im team, in offener zusammenarbeit, im mitnehmen aller betroffenen - und sie müssen deswegen keineswegs weniger genial sein. wer im elfenbeinturm sitzt, beraubt sich selber der möglichkeit, durch andere inspiriert und kreativ bereichert zu werden. in der geschichte war lange zeit die kirche die treibende kraft von innovationen in der baukunst. es ging um etwas, das sich nach heutigen kriterien nicht erfassen, geschweige denn bewerten liesse. aus heutiger sicht dürfte man die mittelalterlichen kathedralen nicht einmal als baukultur bezeichnen, streng genommen nicht einmal aus vitruvianischer sicht. es fehlt an utilitas und teilweise auch an firmitas, vor allem wenn man an die spätgotik denkt. dennoch haben wir heute anscheinend eine solche sehnsucht nach damaligen werten, dass es gelingt, bauwerke wie die dresdner frauenkirche, das berliner stadtschloss und den frankfurter römerberg wieder aufzubauen. demgegenüber werden projekte wie der berliner flughafen, stuttgart 21, oder die elbphilharmonie sehr viel kritischer gesehen. bei denen laufen die kosten und termine übrigens auch nicht mehr aus dem ruder als bei den rekonstruktionsprojekten. es geht wohl mehr um die allgemein zunehmende skepsis gegenüber dem zeitgemässen. der zeitgeist ist gegenwärtig vorwiegend retrospektiv. das muss nicht unbedingt negativ sein und ist auch innerhalb der architektenschaft verständlich, soweit man sinnvoll aus dem vergangenen für die gegenwart lernt und die zukunft nicht aus dem blick lässt. angesichts heutiger qualitätskriterien wie termin-und kostentreue, nutzungskosten, nutzungsflexibilität und drittverwertbarkeit, energiezertifizierungen und konformität mit den richtlinien der versicherungen verliert man leicht den blick für das wesentliche. dies ist ein kernproblem der heutigen baukultur. das ganze ist eben mehr als die summe der teile. das vertrauen der bürger in grosse planungen ist nach und nach im laufe vieler jahre verspielt worden. über das folgerichtig entstandene wutbürgertum muss man sich nicht wundern, wenn auf der politischen ebene gelogen und verschleiert wird, statt aktive aufklärung zum richtigen zeitpunkt zu betreiben. die politisch verantwortlichen sind offensichtlich überfordert und ziehen die fachleute ungeniert mit in den strudel des vertrauensverlustes. hier wird sich einiges ändern müssen, wenn man zukünftig ein minimum an planungssicherheit erreichen will. der begriff der baukultur hat dem der baukunst immerhin eines voraus: er schliesst die breite masse der alltagsbauaufgaben mit ein und legt den schwerpunkt weniger auf die highlights sogenannter orchideenprojekte. das ist sicher gut und richtig - wenn auch bei näherem hinsehen ein fass ohne boden. denn eigentlich müsste es nicht nur um die bauten gehen sondern um die getaltung unserer gesamten umwelt. es geht um ein gestaltungsbewusstsein, das allgemein zu gering ausgeprägt ist. beschilderungen, werbung, möblierungen, sicherheitsmassnahmen und angebliche technische notwendigkeiten können ein gut gemachtes bauwerk im handumdrehen regelrecht versauen. die wirtschaftlichkeit ist für viele beteiligte heute das wichtigste kriterium beim bauen, leider ist fast immer nur die finanzielle seite damit gemeint. die auffassung, dass sich auch ideelle werte auszahlen können, stösst in der regel nur auf ein mitleidiges lächeln. <br/>effektiv muss das alltägliche bauen sein - der effekt ist demgegenüber den projekten vorbehalten, mit denen sich die politik oder auch andere mächtige bauherren profilieren können. hier wünsche ich mir einen ausgleich. alltagsarchitektur sollte effektvoller sein und renommierbauten sollten effektiver sein. und: die baukultur betrifft nicht nur neubauten, sie betrifft unseren gesamten baubestand, der zu schätzungsweise 90 prozent aus altbausubstanz besteht. hier findet man bei behutsamem hinschauen noch erstaunlich viel echte baukunst auch da, wo man sie zunächst nicht vermutet und deren qualität mit heutigen mitteln kaum noch erreichbar wäre. <br/>in diesem sinne hat sich die jury des baupreises allgäu die mehr als einhundert eingereichten projekte angesehen. nicht das schickste einfamilienhaus, nicht der spektakulärste kulturbau, auch nicht der repräsentativste gewerbebau im wohlstandsland allgäu sondern der intelligente umgang mit der stadt und der landschaft sowie die einstellung zum baulichen bestand und die entbanalisierung von alltagsaufgaben, sahen wir als wesentliche beiträge im sinne von vorbildhafter baukultur an. die hürden, eine auszeichnung zu erlangen, waren relativ hoch. es genügte beispielsweise nicht, staatliche baurichtlinien beispielhaft umzusetzen, wenn es an gestalterischer qualität fehlte. genauso wenig genügte es, flächeneffektive grundrisse mit gestalterischem aplomb zu kombinieren, wenn strukturelle oder räumliche probleme nicht stimmig gelöst wurden. die messlatte lag also hoch, und das muss auch so sein, wenn die allgemeine baukultur im land davon profitieren soll. je besser das vorbild, desto höher der ansporn. es ist ja kein geheimnis, und als halb aussenstehender und halb allgäuer wage ich die bemerkung, dass das allgäu nicht gerade als progressive architekturregion bekannt ist. da schaut man eher nach vorarlberg oder südtirol. aber alles ändert sich und es gibt viel hoffnung, das zeigen die ergebnisse des baupreises allgäu von mal zu mal mehr. und die aktivitäten des architekturforums kann man in diesem zusammenhang nicht genügend hervorheben. <br/>im rahmen des baupreises allgäu wurden in diesem jahr 5 preise und 5 anerkennungen vergeben. auffällig ist, dass allein 2 der preise projekte in der stadt wangen betreffen, was meiner meinung nach kein zufall ist. wangen hat ein funktionierendes gemeinwesen und eine vorbildliche planungskultur. das merkt man, sobald man das stadtgebiet betritt. der bürgermeister ist aufgrund seines grossen engagements beliebt und bei allen bürgern bekannt. man grüsst sich auf der strasse, egal ob apotheker oder asylant. im jahr 2024 findet dort die landesgartenschau statt. das konzept dafür steht bereits heute, 11 jahre im voraus. der architektenwettbewerb läuft schon. es geht nicht nur um neustrukturierung von freiflächen sondern um stadtentwicklung unter einbeziehung eines ehemaligen, teilweise denkmalgeschützen gewerbeareals am stadtrand. ich erwähne das hier, weil ich diesen planerischen weitblick vorbildlich finde und allgemein für notwendig halte. bezeichnenderweise sind die beiden in wangen ausgezeichneten projekte in ihrer architekturqualität gleichermassen hochrangig aber als bauaufgabe extrem unterschiedlich. da ist zum einen das neu gestaltete bürgeramt, sensibel aber mit klarer architektonischer haltung in das historische rathaus eingefügt - ein kleinod, das grosszügig wirkt im dialog mit dem denkmalgeschützten bestand. und da ist zum anderen der mutige erweiterungsbau einer schule, innovativ in der hölzernen tragkonstruktion und kompromisslos in der architektonischen wirkung der fassade. die weiteren ausgezeichneten objekte stehen diesen beiden keineswegs nach, sie leisten auf die jeweilige aufgabe bezogen vorbildliches bis herausragendes. mal stehen städtebauliche aspekte im vordergrund, mal typologische, mal gestalterische. aber die ausgewogenheit in der vielfalt aller aspekte macht die qualität aus. dies in einem sorgfältigen abwägungsprozess nach und nach herauszufiltern, war die aufgabe des preisgerichts an einem heißen sommertag vor dreieinhalb monaten. es war für mich bereichernd, in der jury mitwirken zu dürfen, <br/>vielen dank! Tobias Wulf (*1956 in Frankfurt am Main) hat an der Universität Stuttgart Architektur studiert und nach seinem Diplom 1981 bei Prof. Hans Kammerer im Büro Faller+Schröder in Stuttgart und München gearbeitet. Von 1982 bis 1986 war er als Projektleiter bei Auer+Weber Architekten in Stuttgart beschäftigt. Bis 1987 arbeitete er für Gottfried Böhm und Joachim Schürmann in Köln, bevor er noch im selben Jahr sein eigenes Architekturbüro in Stuttgart gründete. Dieses führt er seit 1996 mit seinen Partnern Kai Bierich und Alexander Vohl. Zu den wichtigen aktuellen Projekten von wulf architekten zählt die Umstrukturierung und Erweiterung der ehemaligen Ordensburg Sonthofen. Von 1987 bis 1991 erhielt Tobias Wulf einen Lehrauftrag an der Universität Stuttgart für das Fach Entwerfen, seit 1991 ist er Professor für Baukonstruktion und Entwerfen an der Fakultät für Architektur und Gestaltung der Hochschule für Technik in Stuttgart. Darüber hinaus ist er Mitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg, des BDA Bund Deutscher Architekten, der DGNB Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, dem aed Verein zur Förderung von Architektur, Engineering und Design in Stuttgart e.V. und seit 2013 des Gestaltungsbeirats der Stadt Freiburg im Breisgau. Seit 2006 lebt Tobias Wulf im Allgäu in seinem Zweitwohnsitz in der Nähe von Fischen.
Víctor López Cotelo / Madrid / München / Architektur und RealitätSantiago de Compostela – die konzeptuelle Haltung der Bauten in der Altstadt und am Stadtrand
Grußwort Landrat Hans-Joachim Weirather Einführung Florian Plajer, Architekt und Stadtplaner Als Gegenentwurf zu den großen Kubaturen des vergangenen spanischen Baubooms ist die architektonische Haltung von Prof. Víctor López Cotelo zu lesen, unscheinbare aber unverzichtbare Nachnutzungen des urbanen Kleinstadtgewebes. Eines dieser vorbildhaften Projekte, die Vaquería Carme de Abaixo, ein ehemaliger Kuhstall, idyllisch am Fluss Sarela gelegen, zeigt einen sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz und den alten Steinmauern. Open End mit Wein und Barbecue.
otl aicher – was architektur sein könnte
Bei seiner Begrüßung stellte Gerhard Pahl das architekturforum kempten oberallgäu vor mit dem neuesten Projekt ‚Architektur und Schule’. Die zahlreichen Besucher kamen nicht nur aus dem Allgäu, sondern auch aus Ravensburg, Ulm, Stuttgart, München, Landsberg. Sein Bezug zu Otl Aichers Gestaltungswelt ist das Buch ‚typographie’, das in einer einfacheren Ausführung wieder lieferbar ist.
Die erste Begegnung Aichers mit Norman Foster in Rotis und seine Arbeitsweise schilderte Doris Riedmiller. Die Veranstaltung wurde wieder vom TAS und dieses Mal vom Hatje Cantz Verlag unterstützt.
Zum 40jährigen Jubiläum in diesem Jahr wird vielerorts an die XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München erinnert, welche als Regenbogenspiele bezeichnet wurden. „Das räumliche Ensemble kann wohl bis heute als einer der schönsten je realisierten Entwürfe eines Olympiaparks gelten. Damals präsentierte es sich als ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk aus Architektur, Landschaft und visuellem Erscheinungsbild dreier großer deutscher Gestalter: des Architekten Günter Behnisch mit seinem Team, des Grünplaners Günther Grzimek und des Designers Otl Aicher.“ Dies schreibt Eva Moser, Kunsthistorikerin aus Konstanz, dazu in ihrer Biographie zu Otl Aicher, die dieses Jahr erschienen ist. Sie erzählte bei dieser elften Veranstaltung mit dem architekturforum kempten im Rahmen der Vortragsreihe Thal in der galerie riedmiller, Bad Grönenbach über sein Leben. Angefangen von Jugend und Widerstand im Dritten Reich, dem Mythos der ‚Weißen Rose’ um die Geschwister Scholl, seine Beschäftigung mit Philosophie, Aufbau der VH Ulm und der legendären Hochschule für Gestaltung in Ulm. Bekannt sind seine Logos und Erscheinungsbilder, die er als Grafik-Designer gestaltete, die heute selbstverständlicher Bestandteil unserer Alltagskultur sind wie Sparkasse, Raiffeisenbank, ZDF, Lufthansa.
Prof. Fritz Auer, Architekt in Stuttgart und München, der gemeinsam mit Behnisch und Partnern wesentlich für das architektonische Konzept verantwortlich war, stellte die spannende Geschichte vor, wie das Projekt mit dem schwebenden Zeltdach aus einem Schuttabladeplatz heraus entwickelt wurde. Außerdem sprach er über die Initiative der Architektengruppe Olympiapark, die fordert, dass die ursprüngliche, unverwechselbare Identität erhalten bleibt. Das Gestaltungskonzept war von Anfang an mit einer politischen Botschaft verbunden: Es sollte der Welt gezeigt werden, dass sich Deutschland aus dem Schatten der Vergangenheit gelöst hat, dass wir Deutsche anders geworden sind, weltoffen, friedliebend, frei.
Wilhelm Vossenkuhl, emeritierter Philosophie-Professor der Ludwig-Maximilians-Universität München, erläuterte Otl Aichers Überlegungen über Licht und Räume, mit dessen Aussage „architektur ist ein arbeitsgerät, ein instrument zur förderung der intellektuellen kreativität“. Aicher war immer wieder beteiligt an städtebaulichen Planungsüberlegungen, publizierte Texte zu diesem Thema, auch in der Wochenzeitschrift ‚DIE ZEIT’. So war er 1987 mit verantwortlich für das Gesamtkonzept einer Gesprächsrunde ‚Industriekultur. Stadt, Architektur und Design an der Schwelle des 21. Jahrhunderts“ für den Senat der Stadt Berlin mit renommierten Architekten wie Jean Nouvel, Richard Rogers, Uwe Kiessler. Auch der international tätige britische Architekt Norman Foster nahm teil, mit dem ihn außer den gemeinsamen Projekten auch eine freundschaftliche Beziehung verband. Über Otl Aichers selbst entworfenen Gebäudekomplex in Rotis bei Leutkirch schrieb er, dass es nur dessen Bescheidenheit zuzuschreiben ist, dass dieses klassisch moderne Ensemble nicht mehr Aufsehen erregte.
otl aicher - was architektur sein könnte Fritz Auer, Architekt / Eva Moser, Autorin / Wilhelm Vossenkuhl, Philosoph
Wir laden herzlich ein zur elften Veranstaltung der Vortragsreihe in Thal Bad Grönenbach, die gemeinsam mit dem architekturforum kempten in Zusammenarbeit mit dem TAS – Treffpunkt Architektur Schwaben und der Bayerischen Architektenkammer veranstaltet wird. Wilhelm Vossenkuhl, emeritierter Philosophie-Professor an der LMU München war mit Otl Aicher befreundet und hat mit ihm an einer Reihe von Projekten zusammengearbeitet. Er wird Otl Aichers Beziehung zur Architektur und dessen Aktivitäten vorstellen, dessen Gedanken über die Abhängigkeit des Denkens vom Licht, und die Gestaltung der Räume für Leben und Arbeiten. Prof. Fritz Auer von Auer + Weber + Assoziierte, bis 2001 Professor für Entwerfen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wird über die Zusammenarbeit bei der Gestaltung der Olympischen Anlagen für die XX. Olympischen Sommerspiele in München 1972 und über die Entwicklung dieses Projekts, an dem er maßgeblich beteiligt war, berichten. Außerdem stellt er die aktuelle Initiative der Architektengruppe Olympiapark vor zur Erhaltung der ursprünglichen, unverwechselbaren Identität aus Landschaft, Architektur und visuellem Erscheinungsbild. Eva Moser stellt ihre Biographie ‚otl aicher, gestalter’, erschienen 2012 bei Hatje Cantz, Ostfildern, vor, die keine Designgeschichte sein will: Otl Aicher im Kontext von Zeitgeschichte, Politik und Gesellschaft.
Memminger Zeitung vom 31.03.2012 Architektur im Dialog mit der Region<br/>Interview Doris Riedmiller organisiert seit fünf Jahren in ihrer Galerie Vorträge mit namhaften Referenten über Baukultur
Bad Grönenbach-Thal Von Anfang an groß war das Interesse an einer Vortragsreihe über Baukultur, die Doris Riedmiller vor fünf Jahren in ihrer Galerie in Bad Grönenbach-Thal ins Leben gerufen hat. Rund 120 Architektur-Interessierte aus dem ganzen Allgäu und darüber hinaus kommen seither jedes Mal ins ehemalige Fabrikgebäude aus dem 19. Jahrhundert, wenn namhafte Referenten nicht nur aus Deutschland anreisen. Eng zusammen arbeitet dabei Riedmiller mit dem Architekturforum Kempten und TAS (Treffpunkt Architektur Schwaben der Bayerischen Architektenkammer). Die Memminger Zeitung sprach mit ihr darüber, was hinter den „Thal“-Vorträgen steckt:
Frau Riedmiller, erinnern Sie sich kurz an „Thal # 01“ vor fünf Jahren: Wie hat sich die Veranstaltung seither entwickelt? Riedmiller: Erfreulicherweise fand bereits die erste Veranstaltung im September 2007 wie alle weiteren eine ausgesprochen gute Resonanz. Die Idee der Vortragsreihe ist, die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Architektur in einen Dialog mit der Region treten zu lassen. Das gestalterische Konzept der Einladungen, die eine nicht unwichtige Rolle spielen, lässt sich gut variieren zur Darstellung der Referenten und ausgewählten Themenschwerpunkte. Wir hatten das Glück, dass die Vorträge und Podiumsgespräche bei aller fachlichen Kompetenz stets allgemein verständlich waren und anregende Unterhaltung boten, was im Anschluss zu intensiven Gesprächen bei Käse und Wein führte.
Wieso haben Sie damals ausgerechnet eine Vortragsreihe über Architektur ins Leben gerufen? Riedmiller: Mit meiner Galerietätigkeit und der Einrichtungsberatung bin ich natürlich mit dem Thema Architektur konfrontiert. Es geht in allen Bereichen um visuelle Kommunikation und Lebensgestaltung. Architektur ist Kultur und Ausdruck unserer Zivilisation. Ich hatte bereits in den Jahren zuvor als Mitglied des Architekturforums Kempten verschiedene Architekturveranstaltungen mitorganisiert und an Publikationen gearbeitet. In einem kleinen Arbeitskreis konzipierten wir diese Vortragsreihe zu den Themen Architektur, Baukultur, Städtebau und Landschaft, Design und Kunst. Mit Prof. Eugen Gomringer, dem Gründer des Museums für Konkrete Kunst, hatten wir bei „Thal # 01“ den idealen Start. Sein Thema war “Architektur und Konkrete Poesie Struktur und Intuition“. Der TAS und die Bayerische Architektenkammer waren von Anfang an bereit, diese Reihe zu unterstützen. Und dank Sponsoren aus der Wirtschaft mussten wir bisher keinen Eintritt verlangen.
„Werden weiterempfohlen“ Wie schaffen Sie es, immer wieder namhafte Referenten aufs flache Land zu locken? Wer war bereits da? Riedmiller: Die Kontinuität und der Kontakt mit Architekturorganisationen sowie Universitäten tragen zur Qualität der Vortragsreihe bei. Deshalb wird sie von den bisherigen Referenten und Verbänden weiterempfohlen. Referenten waren unter anderem der ehemalige Leiter der Kulturabteilung des Schweizer Fernsehens, Prof. Dr. Iso Camartin, Peter Raacke aus Berlin – einer der führenden deutschen Produktgestalter – Architekt Prof. Dr. Juan Domingo Santos aus Granada, der Preisträger des Gran Premio Enor 2011, oder Bauingenieur Jürg Conzett aus Chur, einer der derzeit bekanntesten Brückenbauer, der zurzeit Gastdozent in Harvard ist.
Was für Publikum ziehen Sie damit an? Riedmiller: Es sind Kulturinteressierte jeden Alters, die eine geistige Auseinandersetzung mit gestalterischen Themen suchen. Das Einzugsgebiet ist recht groß, das ganze Allgäu, Ulm, Stuttgart, Augsburg, München, Bodensee.
„Es hat sich einiges bewegt“ Finden Sie, dass sich im Allgäu in den letzten Jahren etwas bewegt hat in Sachen Architektur? Riedmiller: Es hat sich sicher einiges bewegt in den vergangenen zehn Jahren durch die vielfältigen Aktivitäten der Architekturorganisationen. Es gibt den „Baupreis Allgäu“, der aufzeigt, dass in der Region Beachtliches entstanden ist und den „Architekturführer Allgäu“, der auch außerhalb der Region Aufmerksamkeit für ein „modernes“ Allgäu schuf. Es gibt mehr Wettbewerb, Kommunikation und Auseinandersetzung mit dem Thema Architektur und eine größere Bereitschaft bei öffentlichen, gewerblichen und privaten Bauherrn, sich auf Neues einzulassen.
Und wo hakt es noch? Riedmiller: Diese Bereitschaft und der Mut zu Neuem könnten noch größer werden. Und Qualität in der Baukultur sollte in allen Lebensbereichen ein Thema sein und nicht nur als dekoratives Element betrachtet werden.
Interview: Brigitte Hefele-Beitlich
Mit freundlicher Genehmigung der Memminger Zeitung
KOLLEKTIV WOHNEN KOLLEKTIV PLANEN <br/>Werner Wirsing/Rainer Hofmann/Bogevichs Büro, München
Veranstaltung Thal # 10 galerie riedmiller in Bad Grönenbach-Thal gemeinsam mit dem architekturforum kempten e.v. und dem TAS (Treffpunkt Architektur Schwaben der Bayerischen Architektenkammer)
Die nunmehr zehnte Veranstaltung in fünf Jahren der Vortragsreihe zu Themen der Architektur, Gestaltung und Kunst, fand wieder regen Zuspruch von Architekturinteressierten aus der Region. Der authentische Charakter des Fabrikgebäudes aus dem 19. Jahrhundert in Thal, Bad Grönenbach, bietet ein passendes Ambiente, da auch der Umgang mit bauhistorischer Substanz immer wieder thematisiert wird. Bei der Begrüßung musste Doris Riedmiller leider einen der beiden Referenten, Werner Wirsing, entschuldigen, der aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte. Frank Lattke erklärte im Namen des TAS die Bereitschaft zur weiteren Unterstützung dieser Vortragsreihe, die auch dort sehr positiv gesehen wird. Rainer Hofmann von bogevischs buero aus München berichtete unter dem Titel ‚kollektiv wohnen – kollektiv planen’ über die gemeinsame Rekonstruktion der berühmten Studentenbungalows des Olympischen Dorfes mit dem Architekten Werner Wirsing, der diese 1972 entworfen hatte. Diese kleinen Reihenhäuschen aus Betonfertigteilen sollten auf minimalem Raum alle notwendigen Einrichtungen mit Wohnqualität enthalten. Gleichzeitig sollte das Zusammenleben darin wie in einem kleinen Dorf möglich sein, mit nachbarschaftlichen Begegnungen, einem öffentlichen Platz mit Dorflinde für Feste und Versammlungen. Fertig gestellt 2010 erhielt dieses Projekt mit den 1052 Wohnungen verschiedene Preise und wurde als Beitrag zur 9. Architekturbiennale São Paulo 2011 ausgewählt. Außerdem erzählte er noch von Werner Wirsings frühen Projekten kollektiven Wohnens, die er bereits während seines Architekturstudiums in München Anfang der Fünfziger Jahre plante, wie die Maßmannsiedlung, die heute unter Denkmalschutz steht. Rainer Hofmann stellte weitere Projekte von bogevischs buero vor, wie das im Rahmen der Forschungsreihe e% von der Obersten Baubehörde geförderte Niedrigstenergie-Wohnprojekt Ingolstadt-Hollerstauden.
www.galerie-riedmiller.de
JÜRG CONZETT / GEDANKEN ZUM ENTWERFEN VON BRÜCKEN / LANDSCAPE AND STRUCTURES
Begrüßung: Doris Riedmiller, Franz-Georg Schröck, architekturforum kempten e.v. Jürg Conzett ist einer der derzeit renommiertesten Bauingenieure, und war mehr als zwanzig Jahre Dozent für Holzbau und Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur. Nach Abschluß seines Studiums an der EPF-Lausanne und an der ETH Zürich arbeitete er im Büro von Peter Zumthor. 1992 gründete er in Chur das Büro Conzett Bronzini Gartmann. Er war Kurator des Schweizer Beitrags zur Architekturbiennale 2010 in Venedig.
Zu seinem neuesten Projekt, dem Kirchturm von Sent im Unterengadin, einem virtuosen Stück Neugotik, wurde er gerufen, weil die Struktur bröckelt.An diesem Beispiel schilderte er seine Herangehensweise und stellte die Frage, wann soll man mit dem Entwerfen anfangen? Möglichst spät, zunächst soll man aufnehmen und sich nicht zu früh auf eine mögliche Lösung fixieren. Anhand seines Wettbewerbbeitrags für den Lechsteg in Landsberg sprach er über die städtebauliche Einbindung von Brücken, hier die Situierung zwischen dem Mutterturm-Platz und den Park, beide angelegt von dem bayerischen Kunstmaler Sir Hubert von Herkomer. Seine „Dorfbrücke“ in Vals wurde als hochwassersichere Trogbrücke mit tragendem Steinmauerwerk aus heimischem Gneis neu erstellt. Mit dem „Höhenrausch“, zwei temporären hölzernen Gerüstbrücken, die die hölzernen Passagen über den Dächern der Altstadt von Linz mit Übergängen zu den Türmen der Ursulinenkirche ergänzen, kann man erstmals die barocke Ornamentik aus der Nähe betrachten. Der Ingenieurbau wird so zu einem Teil der „Massenkultur“, ähnlich wie es die frühen Alpenstraßen auch waren. Er zeigte historische und zeitgenössische Beispiele mit Gebäudecharakter, die sich gut in ortsbauliche Situationen einpassen und die Landschaft „rahmen“.
www.galerie-riedmiller.de www.cbg-ing.ch http:sam-basel.org/home/ausstellungen/aktuell.html
JUAN SANTOS DOMINGO / GRANADA OKUPACIONES / OKKUPATION
Begrüßung: Doris Riedmiller, Cordula Jörg-Geisser, Architektin, architekturforum kempten e.v. Übersetzung und Redaktion: Florian Plajer, Architekt, Technische Universität München Anläßlich der achten Veranstaltung der Vortragsreihe der galerie riedmiller mit dem architekturforum kempten in Thal, Bad Grönenbach, erzählte der spanische Architekt Juan Domingo Santos vom Erleben einer Okkupation, der ’Besetzung’ einer alten Zuckerfabrik bei Granada und zeigte dazu den Kurzfilm des Filmemachers Juan S. Bollain. Die Räume werden wiederhergestellt um sie zum Arbeiten, Wohnen und für Veranstaltungen neu zu nutzen. In deren Turm hat der Professor der ETSA Granada, der sich auch wissenschaftlich mit dem architektonischen Eingriff in bauhistorische Substanz beschäftigt, sein Büro eingerichtet. Im Sommersemester ist er Gast an der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Planen und Bauen im Ländlichen Raum. Er stellte einige seiner vielfältigen Projekte vor, die Umnutzung einer alten Wassermühle, ein Stadthaus für einen Zauberer, ein Haus mit Innenhof ohne Boden bei der Alhambra. Sein Werk wurde in die Kollektion des Museum of Modern Art New York aufgenommen, in der Zeitschrift El Croquis 148 sind seine neuesten Arbeiten publiziert. Kongenial übersetzt wurde wieder von Florian Plajer, Architekt an der TU. www.juandomingosantos.com
PROF. PETER RAACKE / BERLIN<br/>DESIGN – EIN LEBEN LANG
Begrüßung: Doris Riedmiller Einführung und Moderation: Ursula Winkler M.A.,Volkskundlerin und Kunsthistorikerin, Kempten
Peter Raacke berichtete im Gespräch mit Ursula Winkler über Design-Geschichte, wie er sie seit den fünfziger Jahren persönlich ‚erlebt’ und als Produktgestalter teilweise mitgeschrieben hat, seine vielen Begegnungen aus verschiedenen kulturellen Bereichen, die hfg Ulm, die Gründung des Verbandes Deutscher Industrie-Designer und seine derzeitigen beruflichen Kontakte in China. Er war immer dort, wo geistige Aufbruchstimmung herrschte, als Assistent (Klasse Metallverarbeitung) an der Werkkunstschule Darmstadt zur Zeit der Darmstädter Gespräche mit Adorno Anfang der fünfziger Jahre, aber auch einer, der eher macht statt zu theoretisieren. Sein Besteck mono-a (a = alpha = der Anfang) aus dem Jahr 1959 ist noch heute ein gefragter Designklassiker. Die Aufgabe war, ein gut gestaltetes Alltagsprodukt zu kreieren, das mit möglichst wenig Materialabfall herzustellen ist. 2003 wurde er mit der Werkschau ‚50 Jahre Peter Raacke Design’ im Deutschen Technikmuseum Berlin geehrt, 2008 mit der Ausstellung ‚einfach modern’ im Bauhaus-Archiv. www.raackedesign.de / www.mono.de
MANUEL GALLEGO JORRETO / ARCHITEKT / A CORUNA, GALICIEN EL PROYECTO, GENERADOR DEL CAMBIO WANDEL DURCH ENTWURF
Begrüßung: Doris Riedmiller, Architekt Jörg Heiler, Kempten Einführung und Übersetzung des Vortrags: Dipl.Ing.univ. Florian Plajer, Technische Universität München Prof. Dr. Arqu. Manuel Gallego Jorreto trat am Lehrstuhl als Gastkritiker für das Projekt ‚Land Zeichen’ auf, das sich mit dem Schlossberg Bad Grönenbach beschäftigte. Wie ein solches Projekt als Katalysator für seine Umgebung wirken kann, zeigte er in zahlreichen seiner galicischen Projekte. Eines dieser Projekte war die Neugestaltung des Ortszentrums auf der Insel Arousa, einem Fischerdorf, das in den achtziger Jahren eine Verbindung zum Festland erhielt. Nach seinem Studium in Madrid und Tätigkeiten in Oslo und Paris führt er sein Büro in A Coruna seit 1967. www.land.ar.tum.de / www.lehni.ch (Sponsor)
WEITERBAUEN IN DER ALTEN STADT – EIN GESPRÄCH
Alexander Wetzig, Baubürgermeister Stadt Ulm / Kay Trint, Trint + Kreuder D.N.A., Köln-Paris / Stephan Walter, F64 Architekten, Kempten
Begrüßung: Doris Riedmiller
Alexander Wetzig stellte mit der „Neuen Mitte Ulm“ eine zukunftsweisende städtebauliche Lösung vor. Kay Trint berichtete über das Projekt els – Elsbethenareal/Schrannenplatz Memmingen, Bebauung mit Geschäfts-, Dienstleistungs- und Theatergebäuden – eine neue kulturelle Mitte in der südlichen Altstadt. Stephan Walter erläuterte den Entwurf für ein Geschäftshaus in der Altstadt von Kempten, das von einer interpretativen abstrakten Darstellung der historischen Bebauung bestimmt war.
PROF. DR. ISO CAMARTIN / ZÜRICH / NEW JERSEY / FREIHEIT ODER WILLKÜR? ARCHITEKTUR ALS PROVOKATION
Symposium mit Vortrag und nachfolgender Podiumsdiskussion mit den Architekten: becker architekten, Michael Becker + Franz G. Schröck Kempten, Haus Klimczyk Alexander Nägele, SoHo Architektur, Memmingen, Haus MuUGN Franz Vogler, Oberstdorf, Wohnhaus Fischer. Vorstellung der Projekte: Doris Riedmiller, Thal
„Wer gestalterische Traditionen nur nachäfft oder zum zitierfähigen Ornament degradiert, statt sie kreativ umzugestalten und weiter zu entwickeln, verdient nicht den Namen des Baumeisters. Entscheidend sind doch für Form und Materialien das Weiterdenken, das Öffnen und Weiten. Schauspiele zu konzipieren für die Seelen ihrer Auftraggeber: das ist eine bleibende Forderung für Architekten.“ Iso Camartin, in Chur geboren, war nach seiner Studien- und Assistenzzeit in den Fachbereichen Philosophie und Romanistik in München, Bologna, Regensburg, Lyon und Harvard Professor für rätoromanische Literatur und Kultur an der ETH und Universität Zürich bis 1997, und danach Leiter der Kulturabteilung beim Schweizer Fernsehen DRS. Heute ist er freier Autor und Publizist, der einige renommierte Literatur- und Essaypreise erhalten hat. www.becker-architekten.net / www.soho-architektur.de / www.lc-stendal.de (Sponsor)
ARCHITEKT ETIENNE BORGOS / LONDON / BARCELONA / INTERVENTIONEN / INTERVENTIONS
Begrüßung: Doris Riedmiller, Gerhard Pahl, Dr. Schütz Ingenieure, Kempten
Etienne Borgos präsentierte fünf Projekte, mit denen er die Herangehensweise seines Teams an die unterschiedlichen Aufgabenstellungen darstellte: Umbau eines Fabrik-Gebäudes von 1920 für die Kunstsammlung der LTB Foundation in London, sowie der historischen Art Nouveau Markthalle Mercado de Colon in Valencia, für diesen Ort erarbeitete er auch einen städtebaulichen Entwurf, die Neubauten Soho House in Los Angeles und ein Privathaus in Sotogrande. Zusätzlich zu seinem Architekturstudium an der Yale University und der AA School of Architecture London besuchte er auch die Schule für Gestaltung in Basel. In Rotis arbeitete er an einer Dokumentation über den Grafiker Otl Aicher. Er war zehn Jahre Associate und Projektleiter bei Foster + Partners, London, seit 2001 selbständig, zunächst mit Simon Dance und seit 2008 mit Nadine Pieper. www.borgospieper.com / www.lista-office.com (Sponsor)
ARCHITEKT TITUS BERNHARD ARCHITEKTUR UND SINNE
Begrüßung: Doris Riedmiller, Rainer Lindermayr, F64 Architekten, Kempten
Der Vortrag von Titus Bernhard war gewissermaßen eine Zeitreise, die aufzeigte, wie sich seine eigene Auseinandersetzung mit Architektur von der Klassischen Moderne als Ausgangspunkt hin zu einer eigenständigen, sinnlich orientierten, ‚phänomenologischen’ Architektur entwickelt. Er führte Beispiele aus der Kulturgeschichte an, von den komplexen Geometrien und Formen im Barock bis zur Malerei des Abstrakten Expressionismus, mit einer Gegenüberstellung von Tadao Andos Bauten aus Beton mit Eduardo Chillidas Papierarbeiten. Er stellte Projekte seines 1994 in Augsburg gegründeten Büros vor, das Haus 9x9, Haus K, Rathaus Bernried am Starnberger See und das Fußballstadion für den FC Augsburg. www.titusbernhardarchitekten.com / www.wilde-spieth.com (Sponsor)
PROF. EUGEN GOMRINGER / ARCHITEKTUR UND KONKRETE POESIE – STRUKTUR UND INTUITION
Begrüßung: Doris Riedmiller, Franz G. Schröck, becker architekten, Kempten
Eugen Gomringers Beziehung zur Architektur entstand über seine Bekanntschaft als Leiter des Schweizer Werkbunds mit Le Corbusier, Walter Gropius u.a. und seine Zusammenarbeit mit Max Bill an der hfg Ulm. In der Konkreten Poesie geht es um die Strukturbildung, die reine Grammatik des sprachlichen Kunstwerks, um die Freisetzung des Wortes und anderer Elemente. Er führte mit Bildbeispielen aus der Architektur und der Konkreten Poesie vor, wie sich auch das Haus in seiner Struktur zu einem visuellen Gedicht wandelt, nicht in seiner äußerlichen Erscheinung, sondern mehr noch in seinem Satzbau. Heidegger: „Beide, Satzbau und Dingbau, entstammen in ihrer Artung und in ihrem möglichen Wechselbezug einer gemeinsamen ursprünglichen Quelle.“ Eugen Gomringer ist 1925 in Bolivien geboren, in der Schweiz aufgewachsen, von 1978 bis 1990 Professur für Theorie der Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf, führender Vertreter der Konkreten Poesie und Sammler Konkreter Kunst. www.kunsthaus-rehau.de / www.erik-joergensen.com / www.targettipoulsen.com